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Das Buch bringt einen neuen und außerordentlich interessanten Beitrag zu dem Thema der Verbundenheit von Mythus und unbewußtem Vorstellungsleben. Jenseits dieses Interessenkreises aber fesselt es durch feine und wesentliche philosophische und pädagogische Gedankengänge.
Es handelt sich um die Mythen, die um die Begriffe Zeugung, Geburt und Tod geknüpft worden sind. Diese Mythen — Graber beschränkt sich auf die Zitierung der wesentlichsten und interessantesten — werden in äußerst anschaulicher Weise in Parallele zu den Träumen und Vorstellungen einiger jugendlicher Analysanden gesetzt.
Graber geht einleitend aus von den Urkräften des Geschehens: Zeugung und Vernichtung, an die sich das erste Interesse der Menschheit wie des Kindes geknüpft hat: das Urinteresse. Über dieses Urinteresse haben sich später — wieder beim Einzelnen gleicherweise wie bei der Menschheit — andere Interessen gelagert. In der psychoanalytischen Kur nun kann man die schrittweise Abtragung dieser Teilinteressen beobachten und zwar am raschesten und deutlichsten in der Kinderanalyse. Graber verweist mit Recht auf die Bedeutsamkeit dieser Feststellung vom Urinteresse für das Problem der Aufklärung. Die erste Frage ist die des „Woher?” Woher das Kind gekommen ist! „Erst, wenn diese erledigt ist und das Kind weiß, daß es aus der Mutter stammt, will es auch wissen, wie es da hinein gekommen ist.” (S. 22.) Graber stellt fest, daß diese zweite Frage beim jüngeren Kind (wie beim phylogenetisch älteren Menschen) viel unmittelbarer folgt als bei dem älteren, das bereits etwas von der Rolle des Vaters ahnt.
Ausgehend von zwei Analysen an Knaben berichtet Graber über die unbewußten und die bewußten Lösungsversuche des Zeugungsproblems beim Kinde, ohne hier schon näher auf die gleichartigen mythischen Vorstellungen einzugehen. Dies geschieht erst in dem Kapitel über die Geburt. Hier bespricht er ausführlich die verschiedenen Schöpfungsmythen, die Welterschaffung und die Menschwerdung, und setzt dazu nun „Die Geb