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Im Gegensatz zur Mehrzahl seiner ärztlichen, seelen- und erziehungskundigen Fachgenossen bekennt sich der Verfasser dieses Büchleins offen und ohne Vorbehalt zu den durch die psychoanalytische Forschung neu gewonnenen Einsichten. Er sieht in Sigmund Freud und seinen Mitkämpfern die wirksamsten Entdecker der „allgemeinen Verschwörung zur Verleugnung” der natürlichen Liebesregungen. Die Leser dieser Zeitschrift, auf deren Onanie-Sonderheft (Jg. II, Heft 415/16) Hodann nachdrücklich hinweist, dürfen sich besonders über den Bekenner mit freuen, mit dem er die herrschende Sexualmoral in die Schranken fordert. Gerade weil er nicht der Schule selbst angehört, wird man ihm in manchen Kreisen der Öffentlichkeit willigen Glauben schenken.
Hodann ist als Arzt und Jugendberater schon oft durch schonungslose Kritik der üblichen sexuellen Erziehung hervorgetreten. Viele verängstigte Mütter und unzählige sinnlos gequälte junge Menschen werden ihm für die beherzte Tat dankbar sein und in ihrer Verzweiflung hoffentlich nicht mehr bei jenen „gebildeten” und ungebildeten Dunkelmännern Rat suchen, deren bekannteste Vertreter endlich einmal mit Namen an den Pranger gestellt sind.
H. Kalischer