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Binswangers lesenswerte Abhandlung zeigt die geschichtliche Entwicklung des Traumproblems in Griechenland, im Mittelalter bis zur Romantik und von der Romantik zur Gegenwart. Der Autor hebt hervor, daß Freud in seiner Traumtheorie die entscheidenden entwicklungsgeschichtlichen, biologischen und psychologisch-genetischen Tendenzen des Traumes entdeckt habe, aber dessen logische und erkenntnis-theoretische Grundlagen noch nicht einer Untersuchung unterzogen hätte. Diese Lücke versucht Binswanger auszufüllen. Eine gewisse Vertrautheit mit Philosophie erleichtert das Verständnis der klar geschriebenen Abhandlung. Es wird gezeigt, daß in allen Zeiten Ansätze zur Freud’schen Traumauffassung nachweisbar sind, daß aber erst Freud uns den Traum so erschloß, daß seine Kenntnis unsneue, nicht geahnte Zugänge zur menschlichen Seele schenkte. Der Autor lehnt die Versuche von Freud, Bleuler und von Monakow und andere die Religion zu „erklären” ab. Er glaubt wie Michaelis, daß es Freud nicht vergönnt war, „sich seines transzendentalen Selbst völlig zu bemächtigen.” Für den pädagogisch Interessierten sind vor allem die Beispiele zweier Traumserien sehr instruktiv. Hier gibt B. einen guten Einblick in die entscheidende Bedeutung, welche die Traumdeutung für die Behandlung kranker Menschen hat.
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