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Aus dem Englischen übersetzt von Luise Zucker (Wien)
Viele sind mit den Resultaten unserer traditionellen Methoden und Gewohnheiten in der Erziehung des Kindes zufrieden, viele glauben, daß Frauen und Männer von Natur aus mit der erforderlichen Kenntnis und Geschicklichkeit begabt sind; man vertraut dem mütterlichen Instinkt, den Jahrhunderte alten Traditionen, die uns die verwendbarsten Methoden überliefert haben. Für das Krokodil oder den Wiedehopf haben sich die äußeren Bedingungen Jahrtausende hindurch kaum oder gar nicht geändert; es ist jede folgende Generation von Krokodilen und Wiedehopfen in ganz gleicher Weise wie ihre Vorfahren aufgezogen worden und dies zweifellos mit sehr großem Erfolg nach den Begriffen der Reptilien und der Vögel. Der Mensch aber hat sich geändert und wechselt beständig seine Lebensbedingungen. Es ist noch nicht lange her, daß er sein Junges nach der Entwöhnung mit einer so unnatürlichen Nahrung wie es die Kuh- oder Schafsmilch ist, zu ernähren begann; und vor kurzem begann er überhaupt erst sein Essen zu kochen. Wechsel folgt auf Wechsel; Methoden, die den Bedingungen früherer Generationen angepaßt waren, sind für die veränderten nicht länger brauchbar. Das ist die Rechtfertigung für jene, die die Tradition verwerfen und sich in Fragen der Kindererziehung der Wissenschaft zuwenden. Vielleicht war es zu Salomons Zeiten richtig und angemessen, nicht mit der Rute zu sparen. „Wer mit Schlägen spart, haßt seinen, Sohn.” Vielleicht waren damals Gewalt oder Tod die einzigen Möglichkeiten, aber wenn uns Salomons Erziehungsmethoden in einem durchaus anders gearteten sozialen Leben aufgezwungen werden, müssen wir uns natürlich dagegen verwahren. Die menschlichen Lebensbedingungen ändern sich fortwährend und es wäre wohl nicht unangebracht, das menschliche Geschöpf der Gegenwart als Spielart der Gattung anzusehen, die auf diesem Erdteil vor tausend Jahren