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Die erste und wichtigste Aufgabe eines jeden Heilpädagogen, der mit eßunlustigen Kindern zu tun hat, ist, durch genaue Beobachtung des Kindes und seiner Umgebung die Ursache der Eßunlust zu erforschen.
Auf die Appetitlosigkeit als Begleiterscheinung oder Folge anderer Erkrankungen will ich hier nicht eingehen. Akute Magenüberladungen oder fehlerhafte Nahrungszusammensetzungen müssen festgestellt und korrigiert, gewohnheitsmäßig zu große
Portionen abgestellt werden. Auch auf Zwischenmahlzeiten, insbesondere auf Leckereien ist zu achten. In der Familie wird häufig von jeder Mahlzeit viel Aufhebens gemacht. Es wird gelobt, getadelt; viele höchst überflüssige Worte fallen: Das Kind merkt dann rasch, daß es durch seine Einstellung zum Essen seine Umgebung tyrannisieren kann und zieht daraus seine Konsequenzen. Folglich: Niemals aus den Mahlzeiten einen besonderen Akt machen, vielmehr Gleichgültigkeit zeigen. Sehr häufig haben die Kinder allzu zärtlicher Mütter an chronischer Überfütterung zu leiden. Hier wird weniger das Kind als vielmehr die Mutter in taktvoller Weise durch den Heilpädagogen zu beeinflussen sein. Mitunter muß anfänglich die Mutter oder die bisherige Pflegerin sich während der Mahlzeiten entfernen, da das Kind, sobald es sie mit der Nahrung kommen sieht, heftig abwehrt.
Hier empfehlen sich bei meiner Beschäftigung mit eßunlustigen Kindern oft erprobte Kunstgriffe: Änderung 1) des bisherigen Platzes; ist das Kind gewöhnt, auf dem Schoß der Mutter gefüttert zu werden, so setze ich es auf einen Stuhl; 2) der Stellung des Kindes beim Füttern; hat es sonst im Schaukelstuhl, halb liegend, im Kinderzimmer, gegessen, so lasse ich es vielleicht im Wohnzimmer stehend oder herumgehend essen; 5) der Form der Eßgeräte; statt Löffel eine Gabel, statt Teller eine Tasse u. dgl. mehr. In einem von mir beobachteten Falle war die ganze Eßschwierigkeit nichts weiter als eine Idiosynkrasie gegen den Löffel. Die Mutter hatte dem einjährigen Kinde Lebertran, und dann mit dem g