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(Fortsetzung aus dem vorigen Heft)
Wir wollen noch einmal zusammenfassen, was der Kindergarten auf Grund der bisher dargelegten Gesichtspunkte dem Kinde zu bieten hat. Wir lernten die Notwendigkeit der Ablösung von zu enger Familienbindung kennen, wir fanden die Werte des Zusammenlebens mit anderen Kindern und die Erleichterung der Anpassung an die Realität durch das Hineinführen des Kindes in eine erweiterte Gemeinschaft. Es wurde angedeutet, daß es Aufgabe des Kindergartens ist, dem Kinde Sublimierungsmöglichkeiten und Ersatzbefriedigungen für Triebverzichte zu schaffen. Jetzt stehen wir vor der Frage, wie der Kindergarten zu leiten sei, wenn wir diesen Zielen zustreben wollen.
Wir haben das Kind in die Gemeinschaft zu stellen, die wir mit Fröbel als die erweiterte Familie auffassen wollen, und ihm hier Gelegenheit zu geben, ein dem Kinde an sich und ihm als Einzelperson angepaßtes Leben zu führen. Wir wollen dabei zuerst erörtern, wie wir eine Erleichterung der Anpassung an die Realität zu erreichen suchen, indem wir anerkennen, daß das kleine Kind ein „Lust-Ich” (Freud) ist, dem man Verzichte nur abverlangen darf, wenn man ihm Ersatzbefriedigungen schafft.
Es wurde bereits erwähnt, daß der Vorgang des Erzogenwerdens dem Kinde im Rahmen einer Gemeinschaft erleichtert wird, weil es sich dort nicht so stark als allein-leidender Teil empfindet. In diesem Sinne bedeutet der Kindergartenbesuch den Kindern eine Hilfe bei der von ihm geforderten Kulturanpassung. Die Verzichte, die das Kind zu leisten hat, um kulturfähig zu werden, — im Augenblick um kindergartenfähig zu sein, — müssen durch andere Werte aufgewogen werden. Wenn wir den Gedanken aussprechen „Freude zu bringen ist des Kindergartens Ziel” (Friedrich Fröbel), so haben wir bereits den einen Weg gefunden, der uns Hilfe bringt. Ganz selbständig aus dem Zusammenleben und Zusammenspielen der Kinder erwächst trotz aller Übertragung der Familienkonflikte eine ihnen freudvol