You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der 300 Seiten umfassende Kongreßbericht enthält 48 Originalarbeiten und Resolutionen. Sein Studium lohnt sich für Ärzte und Erzieher, selbstverständlich ist die Qualität der einzelnen Arbeiten ganz verschieden. Unter den Mitarbeitern seien genannt: Leunbach, Haire, Hirschfeld, Krische, Peter Schmidt, Helene Stöcker, Hertha Riese, Hodann, Lampel, über psychoanalytische Probleme in Zusammenhang mit Sexualreform sprachen Friedjung und Meng. Außerdem nahm eine Reihe von Autoren zu einzelnen Ergebnissen der Freud'schen Forschung Stellung, z.B. Krische zu dem Buch „Zukunft einer Illusion„. Er weist dabei auf Folgendes hin: „Im Gegensatz zu vielen Gelehrten, die heute eine deutliche Stellungnahme zum religiösen Problem vermeiden oder Kompromisse schließen, jedenfalls nicht aussprechen, daß ihre Erkenntnisse den Glauben an eine Offenbarungsreligion mit einem Gott der Hilfe ausschließen, wird von Freud in scharfsinniger Durchleuchtung mit bewunderungswertem Mut und radikaler Einstellung unter Ablehnung auch aller Verfeinerungen der naiven Systeme der illusionäre Charakter der Religionen nachgewiesen. Ich unterscheide mich von Freud hinsichtlich der Erwartung, die jetzt und einstweilen hilflose Masse, die heute noch unfähig zur Befreiung von der Illusion ist, zu dieser Befreiung zu bringen. Hier denke ich weniger pessimistisch als Freud, da ich überzeugt bin, daß mit dem sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg der Massen eine sexuelle Emanzipation Hand in Hand gehen wird.” Peter Schmidt versuchte zu zeigen, daß ohne Kenntnis des Unbewußten der Praktiker unmöglich Rat erteilen könne über Störungen des Sexuallebens. Er hebt die Forschungen von Freud und Steinach hervor. Zur Strafrechtsreform nehmen eine Gruppe von Autoren Stellung, besonders wertvoll ist die Veröffentlichung von Pasche-Oserski über die Sexualgesetzgebung in der Sowjet-Union. Für den Arzt sind besonders die Zusammenhänge interessant, die Lampel in seiner Arbeit aufweist. „Sexualpathologische Alterationen nach En