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Von allen analytisch gebildeten Personen, die heilen oder erziehen, sieht der Lehrer noch am wenigsten voraus, zu welcher Haltung ihn seine neue Einsicht bringen wird. Aus der klinischen Analyse hat er das Unbewußte erfassen gelernt; aber die exakte Psychoanalyse Erwachsener ist von der Tätigkeit des psychoanalytisch gebildeten Erziehers wesentlich verschieden. Dem klinischen Analytiker ist eine möglichst indifferente Haltung geboten, der gegenüber sich die psychischen Mechanismen in einer gewissen Eindeutigkeit enthüllen, da der Analysand bereits eine Überbetonung jener Affekte mitbringt, die das Leben in kräftiger Art ausgewählt hat; im Erzieherischen ist alles labiler. Nicht nur, daß man das Getriebe wesentlicher Mechanismen vor ihrem entscheidenden Endkampf kennen lernt, (so daß immer mit einer Unbekannten zu rechnen ist — dies ist ja schon in der Kinderanalyse der Fall), — sondern noch wichtiger ist: unser Verhältnis zu unseren Zöglingen kann der Gegenseitigkeit und einer wenn auch sehr geklärten Affektivität nicht entraten. Wir schalten in der Übertragungsrolle, die uns zufällt, unsere Person nicht aus, sondern spielen mit unserer ganzen (sei es: analysierten) Person eine wirkliche Rolle im Leben des Kindes: Es bleibt das Y in unserer Persönlichkeit, mit dem wir auf das X in der Entwicklung des Kindes einzuwirken haben. Vergessen wir auch nicht, daß im Besonderen der Lehrer sich etwa vom Erziehungsberater noch dadurch unterscheidet, daß er seine unmittelbar erzieherischen Pflichten meist nur in Imponderabilien der richtigen Haltung während der Ausübung seiner Lehrerpflichten erfüllen