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(Fortsetzung und Schluß)
Nachdem wir hier Gelegenheit nahmen, auch der Angst im Leben des Kindes Erwähnung zu tun, ist es geboten, der Frage des Märchenerzählens näher zu treten. Wir wollen versuchen, aufzuhellen, wie man sich vom psychoanalytischen Standpunkte aus zum Märchen verhalten kann. Es wurde bereits bei der Besprechung des Kinderspiels auf die Bedeutung des Märchens für die seelische Entwicklung des Kindes hingewiesen; hier soll dem noch weiter nachgegangen werden. Wir müssen versuchen, uns darüber klar zu werden, ob wir im Kindergarten Märchen erzählen sollen oder nicht.
Weite Kreise moderner Pädagogen lehnen das Märchen für das Kleinkind ab. Besonders Maria Montessori und ihre Schüler sind ausgesprochene Gegner des Märchenerzählens, vor allem weil sie die Kinder zum realen Denken erziehen wollen und zur bewußten Erforschung der Wirklichkeit; das Märchen wird als der logischen Schulung zuwiderlaufend betrachtet, das Verwirrende des Märchens als phantasiebelastend empfunden. Die Unwahrhaftigkeit, die der Erwachsene dem kritiklosen Kinde gegenüber begeht, wenn er es an die unmöglichen Geschehnisse des Märchens glauben machen will, wird von so gerichteten Erziehern als unstatthaft angesehen. Auch die Befürchtung, die grauenerregenden Gestalten des Märchens könnten beunruhigend wirken, führt, sogar auch bei weniger bewußt eingestellten Erziehern, zu seiner Ablehnung.
Wir haben aber an anderer Stelle darauf hingewiesen, daß das Kind u. E. die Umgestaltung der Realität braucht, um mit ihren Anforderungen fertig zu werden und wir haben das Märchen als ein Hilfsmittel dazu erkannt. Nehmen wir ein paar Beispiele: Wenn Aschenputtel zu Hause bleiben muß, sieht das Kind, daß andere Menschen Ähnliches leiden wie es selbst. Es versteht nichts von Bällen und Tanzvergnügungen und wird sich kaum etwas darunter vorstellen, es kennt aber das Zuhausebleiben-Müssen. Ein Kind freut sich, wenn die verbietenden Instanzen gestraft werden; es empfindet sicherlich, wenn auch vielleich