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Die ersten zwei Abschnitte dieser Serie — I) Jugendliche Verbrecher, II) Phantasien eines angsthysterischen Knaben — erschienen im vorigen Heft.
Vor uns steht ein kleiner etwa neunjähriger Junge. Still verträumt, zaghaft, in allen Bewegungen vorsichtig und abgemessen. Er ist ganz in sich verborgen, lebt in einer anderen, uns unzugänglichen Phantasiewelt. Mit den übrigen Kindern der Gruppe hat er nur oberflächlich Fühlung, sondert sich meistens ab, um wie aus dem Schlaf heraus unzusammenhängende, träumerische Worte vor sich hinzureden. Am liebsten zeichnet er kleine Bilder von Menschen, Tieren und Landschaften, die aber doch in all ihrer Winzigkeit eine lebendige Ausdruckskraft besitzen. Auch seine zierlich verschnörkelten Schriftzeichen sind häufig liliputanerhaft, als wollten sie sich vor der Welt unsichtbar machen. Gern erzählt er sich Märchen, die er stunden-, ja tagelang fortsetzen und unermüdlich abändern kann.
Heinz ist das Kind einer Schifferswitwe. Der Vater ist vor drei Jahren auf einem Fischdampfer verschollen. H. kommt wegen seiner immer größeren Abseitigkeit von der Hilfsschule zu uns. Die ihm mitgegebenen Berichte und psychiatrischen Zeugnisse lauten wenig zuversichtlich. Die erbliche Belastung durch die Familie väterlicherseits wird hervorgehoben. Eine Schwester des Vaters ist schwermütig geworden, das Kind einer anderen Schwester verübte Selbstmord. Heinz selbst wird als „introvertierter schizoider Junge” bezeichnet, der einer jahrelangen Beeinflußung bedarf. Ein anderer Gutachter sieht in ihm einen „debilen Psychopathen”. Soweit ich das beurteilen kann, und auch der Leiter der Anstalt annimmt, ist zweifellos die Anlage zur schizophrenen Geistesstörung vorhanden, was in der großen Ungleichmäßigkeit seiner intellektuellen Leistungen und der Eigenart seines Affektlebens zum Ausdruck kommt.
Ich übernehme Heinz in Sondererziehung, nachdem seine Selbstversunkenheit auch bei uns zugenommen hat und er anknüpfend an die