You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Auf Dr. Hermann Runge, dessen jähen Tod in jungen Jahren wir vor einigen Wochen zu beklagen hatten, durfte die Psychoanalyse große Hoffnungen setzen. Sein gediegenes Wissen, seine denkerische Veranlagung, seine psychologische Einfühlungsfähigkeit und seine ebenso korrekte wie liebenswürdige Persönlichkeit berechtigten zur Prognose, daß er in der Psychoanalyse, zu der er vor Kurzem gestossen war, noch Wertvolles leisten wird. Den Aufsatz, den wir hier veröffentlichen — er sollte der erste einer Reihe von Berichten über selbstbeobachtete schicksalhafte Begebenheiten sein — übergab uns Dr. Runge einige Wochen vor seinem Tode.
An einem Herbstmorgen des 50. September 1908 führten Primaner in der Aula unseres kleinen norddeutschen Gymnasiums in A. die Schlußszenen des „Prinzen von Homburg” auf.1 Es war eigentlich keine Aufführung im Sinne einer Theatervorstellung, denn es gab keine Bühne, keine Kulisse, kein kurfürstliches Schloß und die Buntfarbigkeit der kurfürstlichen Leibröcke mußte die Uniform