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Soll man die Onanie bekämpfen? Aus früheren Kapiteln geht hervor, daß die Antwort verneinend ausfallen muß, wenigstens insoweit, als der Kampf nicht gegen die Masturbation als solche gerichtet sein darf. Diese ist ja nur als der Ausdruck der Sexualität in gewissen Lebensperioden zu betrachten und als solche unvermeidlich. Soll man demnach statt dessen die Sexualität selbst bekämpfen? Für jeden, der biologisch denkt, ist es klar, daß solch Unterfangen an der Natur selbst scheitert und also mißglücken muß. Soweit es aber gelingen kann, ist es auch nicht wünschenswert, denn es würde nur bedeuten, daß das Übermaß von Reserven, das dem Leben erst seinen Reichtum und seine Wärme gibt, zerstört würde.
Die sexuelle Libido ist ja nicht nur eine starke Kraft, sondern sie besitzt auch eine merkwürdige Plastizität. Man hat das Recht und die Pflicht, diese Kraft so anzuwenden, daß sie sowohl dem Glück des Einzelnen als auch der Gesellschaft im Ganzen dient. Konflikte, Leid und Nachteile sind aber unvermeidlich.
Wenn man erziehend dem Einzelnen dazu verhilft, Gegenstände für sein Interesse, seine Liebe und seine Tätigkeitslust zu finden, so hat man seiner Libido eine Richtung gegeben, die gleichzeitig ihm selbst und seiner Umwelt zu Nutzen kommt. Die Onanie ist dann für ihn überflüssig geworden, denn er hat das infantile Stadium verlassen, in dem es keine andere Form für die sexuelle Befriedigung gab. Wichtig ist freilich, die Jugend vor Eindrücken zu schützen, welche unnötigerweise die Sexualität erregen und sie soviel wie möglich vor schweren Konflikten zu bewahren. In diesem Sinne kann man von Prophylaxe und Behandlung sprechen.
Schon vom 6. bis 7. Monat an hat man bei Säuglingen Onanie beobachtet, also ungefähr zu der Zeit, da die kleinen Kinder anfangen, ihre