You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Mutterliebe ist selbstverständlich, ist jeder Mutter von vornherein eingepflanzt, ist ein eingeborenes heiliges Gefühl des Weibes. Das mag ja sein, aber mich sollte es doch sehr wundern, wenn die Natur sich ohne weiteres auf das weibliche Gefühl verlassen hätte, oder gar mit Empfindungen arbeitete, die wir Menschen heilig nennen. Sieht man näher zu, so lassen sich auch einige, wenn auch gewiß nicht alle Quellen dieses Urgefühls finden. Sie haben, scheint es, mit dem so beliebten Fortpflanzungstriebe wenig zu tun. Lassen Sie einmal alles bei Seite, was über die Mutterliebe geredet worden ist, und sehen Sie sich an, was zwischen diesen beiden Wesen, Mutter und Kind, vor sich geht.
Da ist zunächst der Moment der Empfängnis, die bewußte oder unbewußte Erinnerung an einen seligen Augenblick. Denn ohne dieses wahrhaft himmlische Gefühl, — himmlisch deshalb, weil der Glaube an Seligkeit und Himmelreich letzten Endes damit zusammenhängt — ohne dieses Gefühl kommt es zu keiner Empfängnis. Sie glauben das nicht und berufen sich auf die tausendfachen Erfahrungen des verabscheuten Ehebettes, der Vergewaltigungen, der Schwängerungen in bewußtlosem Zustand. Aber all diese Fälle beweisen nur, daß das Bewußtsein an dem Rausch nicht teilzunehmen braucht; für das Es, das Unbewußte beweisen sie gar nichts. Um dessen Empfindungen festzustellen, müssen Sie sich an die Organe wenden, mit denen es spricht, an die Wollustorgane des Weibes. Und Sie würden erstaunt sein, wie wenig sich die Scheidenwände oder die Schamlippen, der Kitzler oder die Brustwarzen um den Abscheu des Bewußtseins kümmern. Sie antworten auf die Reibung, auf die zweckmäßige Erregung in ihrer eigenen Weise, ganz gleich, ob der Geschlechtsakt dem denkenden Menschen lieb ist oder nicht. Fragen Sie Frauenärzte oder Richter oder Verbrecher; Sie werden meine Behauptung bestätigt finden. Sie können auch von den Frauen, die ohne Lust empfangen haben, die vergewaltigt oder bewußtlos mißbraucht wurden, die richtige Antwort hö