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In Anlehnung an Freuds „Massenpsychologie und Ichanalyse” skizziert Zulliger die psychische Struktur einer Schulklasse; er versucht Antwort auf die Frage zu geben, wie es kommt, daß der Lehrer in Wirklichkeit nicht einer Anzahl von Schüler-Einzelindividuen sondern einer „Masse” gegenübersteht und wie er ihr Führer wird. Die „Gemeinschaftsschulen” und ähnliche pädagogische Reformbestrebungen rechnen zwar mit dieser Erscheinung der „Massenbildung”, sie scheitern aber am psychologischen Unverstand der „Führer”. Die Psychoanalyse des Lehrers kann die Neigung zur Führer-Massenbildung fördern. Der Lehrer stellt sich von „libidinös gefärbten”, persönlichen auf sachliche Ziele um, er schränkt seinen Berufsnarzißmus ein und entwickelt den Kindern gegenüber ein gleichmäßigeres Verhalten; seine Einstellung den Kindern gegenüber ist eine tolerante. Da bei ihm alles erlaubt ist — was beim nicht analysierten Lehrer undenkbar ist — entgeht er der Vaterrolle und wird — durch den „staatlichen Schulzwang” in seinem Gewähren eingeschränkt — zum „Führer aus gemeinsam empfundener Not”. Der Lernbetrieb werde durch solche Führer-Massenbildung nur anfangs gestört, später hole die „Gemeinschaft” das Versäumte leicht nach. An Beispielen wird dann gezeigt, wie Gruppenarbeit, Gemeinschaftsgeist in Erscheinung treten.
Hoffer