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Das Problem der Begabtheit und Unbegabtheit heißt für die Psychoanalyse kein Problem der Zahlen und Messungen. Anstatt einem „zuviel” oder „zuwenig” gilt es da dynamisch-historische Zusammenhänge zu ergründen, Motive für das Qualitative zu erforschen, d. h. dem Grundprinzip der Analyse folgend: Begabtheit und Unbegabtheit in ihrem Verhältnis zum Seelenganzen zu betrachten.
Es ist also nicht angängig, den intellektuellen oder jedweden Begabungszustand mit einer noch so unbestimmt gefaßten Größenfunktion gleichzusetzen. Es stehen dem dreifache Bedenken entgegen. Erstens wird die steigende Veränderungslinie durch eine sinkende durchquert. Aus Experimentalresultaten gerade der letzten Jahre ergab sich z. B. die Tatsache, daß die Handgeschicklichkeit, die „periphere Intelligenz”, bei stärkerer Entfaltung des „zentralen Denkens” rückständig bleiben, bei intellektuell Begabten schwächer sein kann als bei Normalen. Auch die zahlenmäßige Bestimmung mehrerer Entwicklungsrichtungen würde hier nicht aushelfen, da für den manifesten Begabungszustand gerade der bereits durchlaufene Weg bestimmend ist. Es fragt sich eben, ob die Peripherprozesse einfach versiegt sind oder ob, infolge eines Umweges der Entwicklung, sie in zentrale