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Ende Mai war es, als ich nach einer Pause ins Klassenzimmer trat und sah, daß Schüler und Schülerinnen an den Fenstern sich drängten. Dazu füllte Gelächter den Raum. Als man mich bemerkte, flüchtete jedermann an seinen Platz. Besonders bei den Mädchen zeigte sich peinlichste Verlegenheit, sie rissen Bücher hervor und vertieften sich darin, einige waren bis über die Ohren rot geworden. „Was ist los?”
Niemand gab mir Antwort. Ein Junge blickte rasch auf zu mir, das unterbrochene Lachen kaum unterdrückend, senkte dann den Kopf wieder.
Ich ging ans nächste Fenster: Auf der Straße vor dem Schulhause begattete sich ein Hundepaar.
Wie ich mich wieder gegen das Zimmer wende, meint ein Junge, Franz P., ein 14jähriger Bauernsohn: „Das ist ja nichts Besonderes!” — Erleichtert atmen alle auf.
„Ich finde auch!” sage ich. „Das ist etwas Notwendiges, damit die Hündin Junge bekommt; ich denke, ihr wißt das alle. Ich weiß nur nicht, weshalb ihr daran solche Freude habt, und warum ihr so mit schlechtem Gewissen an den Platz rennt, wenn ich hereintrete.”
„Man sieht das nicht so häufig”, meint Franz.
„Deshalb das große Interesse.” — „Ja.”
„Aber das erklärt eure Flucht an den Platz noch nicht.”
„Man ist geniert!” (Man schämt sich.)
„So lange ihr unter euch wäret, geniertet ihr euch nicht!”