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Wenn ich diese von mir1 benannte Neurose hier für weitere Kreise bespreche, geschieht dies nicht nur wegen der praktischen Wichtigkeit dieses nicht seltenen Krankheitszustandes jugendlicher Individuen, sondern auch wegen der lehrreichen Perspektiven, die sich überdies ergeben werden.
Der Name dieser Neurose ist nicht schön; aber da die so erkrankten Mädchen den Tod oder das Überfahrenwerden oder das Erkranken der Mutter, gleich neurotisch leidende Knaben den Tod des Vaters befürchten, ließ sich die Benennung nicht umgehen.
Das Krankheitsbild trat mir am krassesten entgegen, als eines Tages in das Wiener Psychoanalytische Ambulatorium unter großem Aufsehen im Krankenwagen und von Organen der Polizei ein Mädchen A. eingebracht wurde, dessen Angst, die Mutter könnte sich erkälten, erkranken und sterben, so hochgradige Formen angenommen hatte, daß die Intervention der Behörde in Anspruch genommen werden mußte. Die sechzehnjährige Tochter beschränkte die Mutter in jeder Bewegungsfreiheit; sie zwang sie bei Steigerung ihrer Angst, das Zimmer, dessen Fenster streng geschlossen waren, nicht zu verlassen, sondern auf einem Divan in der Mitte des Zimmers zu liegen. Die Mutter mußte warm gekleidet sein, ja die bis zur Grausamkeit überzärtliche Tochter nähte ihr das Kleid an Hals und Ärmeln eng zu und drückte sie auf das Lager nieder. Die Kerkerhaft der Mutter war natürlich unerträglich, aber die nach Ansicht der Leute halb verrückte Tochter unerbittlich; es kam durch den rauhen Vater zu