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Die Onanie kann den Erzieher als naturgemäßer Entwicklungsvorgang oder als Erziehungsproblem beschäftigen. Die pädagogische Stellungnahme verhindert ihn oft, sich dieser Trennung bewußt zu sein; gewöhnlich muß als Reaktion auf die Naturerscheinung an Stelle der Naturbetrachtung das erzieherische Handeln treten. Die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise sollte den Erzieher wenigstens erkennen lassen, wie selten es möglich ist, nicht nur die Naturerscheinung, sondern ein Naturgeschehen selbst zu beeinflussen; im Falle der Onanie: daß die Erziehung bestenfalls die direkte onanistische Handlung, nicht aber den nach Befriedigung drängenden Trieb unterdrücken kann. An Stelle der unterdrückten Onanie treten dann Erscheinungen, die wir, gleichgültig ob bedeutungsvoll oder belanglos, als Onanieäquivalente bezeichnen müssen. Ihre Kenntnis ist auch für die Erzieher deshalb sehr wichtig, weil die meisten „Kinderunarten”, aber auch harmlose Gewohnheiten in der Onanie verwurzelt sind, oft sind sie erst nach einem Onanieverbot aufgetreten oder verstärkt worden. Sie werden zu einem Anlaß ständiger Unzufriedenheit der Erwachsenen, anderer Kinder oder dieses Kindes selbst. Die dagegen übliche Erziehungapparatur von Verboten, gütigem Zureden, Ablenkung, gutem Beispiel wird erfolglos in Bewegung gesetzt, sie kann nur zur Folge haben, daß ein anderes, neues, vielleicht gar nicht bemerkbares Äquivalent an Stelle des ersten tritt oder daß dieses vorühergehend ganz verschwindet, wenn das Kind zur ursprünglichen Triebhandlung zurückkehren kann. Aus der Tatsache, daß es erlaubte Onanieäquivalente und vor allem eine geheime Onanie gibt, sieht man, daß die Erziehung nicht ganz so triebfeindlich und inhuman ist, wie wir es aus der ersten Reaktion der Erzieher oft schließen sollten. Sie begnügt sich damit, daß das sichtbare, unerwünschte Tun unterbleibt und überläßt es dem Kinde, wieweit es in geheimer Befriedigung seine Triebansprüche unterbringen kann. Das Studium der Neurosen aber hat uns