You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der vorliegende, von Ella Terry beschriebene Fall ist für den Analytiker besonders instruktiv. Durch freundliche und verständnisvolle Beeinflussung gelang es E. Terry, bei einem elfjährigen Jungen ein Symptom — das Stottern — zu beseitigen, und dafür trat kurze Zeit später ein anderes, — Stehlen — auf.
Wenn wir an die Determinierung im Psychischen glauben, so müssen wir annehmen, daß es nicht zufällig ist, wenn an Stelle des Stotterns gerade das Stehlen auftritt, sondern durch unbewußte Faktoren determiniert ist. Im Folgenden möchte ich nun versuchen, wie weit sich — ohne Analyse und persönliche Kenntnis des Falles — der Zusammenhang rekonstruieren läßt. Dieser Versuch kann natürlich nicht mehr als bloße Wahrscheinlichkeit anstreben und muß auf jeden Fall lückenhaft bleiben. Ich habe zwei Patienten analysiert, die große Schwierigkeiten beim Sprechen hatten, und zwei andere, die wegen Stehlens in Analyse kamen, und mochte nun versuchen, die in diesen Analysen gewonnenen Erkenntnisse auf den von T. geschilderten Fall anzuwenden.
E. Terry zeigt deutlich, daß Tom unbewußt das „Frei- und leicht-Sprechen” dem Defäzieren gleichsetzt und daß er vermutlich nicht frei sprechen kann, weil er das Hergeben des Stuhles fürchtet. Ich habe bei meinen Patienten gefunden, daß diese Angst auf die tiefere Angst zurückgeht, daß die Mutter dem Kind den Stuhl wegnimmt. Besonders deutlich zeigte sich dies in der Analyse eines Patienten, der zwar nicht stotterte, aber aus Angst lange Zeit kaum sprechen konnte. Er fürchtete, ich nähme ihm seine Gedanken weg, er könnte dann kein Dichter werden; ich sammle seine Gedanken, um einen Vortrag daraus zu machen und so Geld zu verdienen. Die weiteren Assoziationen ergaben, daß er die Gedanken im Kopfe dem Inhalt seines Leibes, dem Stuhl (der auch Kinder bedeutete) gleichsetzte, ebenso wie mein Vortrag und seine Gedichte, die er schreiben wollte, die Bedeutung des Kindes, das er gebären wollte, hatten; als ich ihm deutete, er fürchte, daß ich ihm den