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Es wird versucht, den Unterschied der Erlebniswelt des Verliebten und der des Alltagsmenschen zu charakterisieren und zu begründen. Dabei wird die Psychologie des primitiven Menschen, des Kindes, des seelisch Kranken, des Berauschten und des
Liebenden gekennzeichnet. Ihnen allen ist nach den Autoren ein Weltbild gemeinsam, das in derselben magischen Ebene des Bewußtseins liegt. Der Liebeswahn ist ein Rauschzustand, der durch die Ausschüttung von „Mann”- oder „Weibstoff”, von Sexualhormonen in die Blutbahn hervorgerufen wird. Unter Eros verstehen die Verfasser alle „körperlichen und psychischen Möglichkeiten und Beweisungen eines Seelwesens im Hinblick auf das Generative. Andererseits auch die generative Tendenz, wenn und wie sie sich dynamisch an jedem körperlichen und seelischen Vorgang beteiligt.” Das Buch ist für psychologisch interessierte Leser vor allem durch seine Heranziehung zahlreicher Liebesbriefe und psychiatrischer Beobachtungen beachtenswert, auch durch das Bildmaterial. Die hormonalen und psychischen Probleme der Wechseljahre, der Werdejahre, der Kindheit und der Pubertät sind behandelt. Es werden Ergebnisse der psychologischen Forschung, auch der Freud sehen, verwertet, aber zum Teil mit anderer Nomenklatur und ohne Hinweis auf die Quelle; es werden einige — vermeidbare — Fremdwörter gebildet und manches reale Problem mystisch und spekulativ kompliziert. Dies ist wohl teilweise bedingt durch die weltanschaulichen Tendenzen der Verfasser. Einzelne Stellen zeigen, daß schwere, undurchdringliche Widerstände gegen die Psychoanalyse führend sind.
Meng
Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse. Herausgegeben von Sigm. Freud.
Das soeben erschienene Heft 3/4 des XVI. Jahrgangs enthält u. a. folgende Beiträge:
Robert Wälder: Das Prinzip der mehrfachen Funktion.
Otto Fenichel: Zur prägenitalen Vorgeschichte des Ödipus-Komplexes.
Franz Alexander; Traume mit peinlichem Inhalt.
Wilhelm Reich: Über kindliche Phobie und Charakterbildung.
Dorian Feigenbaum: