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Der Gegenstand der folgenden Darstellung ist die Theorie der Libido, wie sie Freud im Zuge seiner Forschungen entwickelt hat. Der Leser wird, und zwar schon von allem Anfange an, mit neuen Ausdrücken bekannt gemacht. Diese, vielleicht verwirrende, Fülle neuer Ausdrücke kann ihm nicht erspart werden, weil sie die Basis für die theoretischen Überlegungen bildet. Diese neuen Ausdrücke werden aber sowohl hei ihrer Einführung als auch tunlichst häufig bei einer Wiederholung ihres Gebrauches nach ihrem Begriffsinhalte erklärt und ihre Anwendung deutlich vor Augen geführt werden.
Wenn wir in einem lateinischen Lexikon die Übersetzung des Wortes “Libido” nachsehen, so finden wir als deutsche Worte: Lust, Verlangen, Begierde. Die Psychoanalyse nun gebraucht das Wort Libido im Zusammenhang mit sexueller Lust, sexuellem Verlangen und sexueller Begierde. Freud hat diesen Sinn des Terminus von A. Moll übernommen, der ihn zur Bezeichnung des dynamischen Ausdrucks der Sexualität gebraucht. Die sexuellen Äußerungen im menschlichen Tun, Handeln, Denken und Empfinden werden einer Kraft zugeschrieben, als Äußerungen dieser Kraft (griech. dynamis) betrachtet. Und diese Kraft eben wird Libido genannt. Wir dürfen also die Libido ansprechen als die sexuelle Triebenergie. Durch diese Begriffsbestimmung bekommen wir die Aufgabe, zwei Ausdrücke zu definieren, nämlich zu bezeichnen, erstens was ein Trieb und zweitens was sexuell ist.
Wir beginnen mit der Begriffsbestimmung des Triebes. Die Seele hat
Zeitschrift f. psa. Päd.. V/2/3