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Ich verdanke die folgende Beobachtung von Enuresis einer meiner Schülerinnen.
Madeleine ist siebzehn Monate alt, als eine kleine Schwester, Jaqui, zur Welt kommt. Sie zeigt gar keine Eifersucht, im Gegenteil, sie interessiert sich sehr für sie, hilft beim Anziehen mit und gestattet keinem Fremden sie anzurühren. Sie erklärt in ihrer Sprache, daß die kleine Schwester “Nichts als für sie da ist”. Übrigens ist die Kleine sehr ruhig, man beschäftigt sich nur mit ihr, um sie zu nähren und ihre Toilette zu machen.
Mit achtzehn Monaten beginnt Madeleine, ihr Bett seltener zu nässen; mit neunzehn bis zwanzig Monaten ist sie fast ganz rein; dann, ganz plötzlich, beginnt sie wieder zu nässen. Dies trifft mit dem Augenblick zusammen, wo man beginnt, sich mehr mit der kleinen Schwester zu beschäftigen; man setzt sie ins Gras, man bleibt in ihrer Nähe, während sie strampelt und lallt. Madeleine wird dreieinhalb Jahre alt und näßt noch immer ihr Bett. Alles wurde versucht, um diese Gewohnheit zu bekämpfen: vergeblich.
Sie liebt weiter, sich mit der kleinen Schwester abzugeben und sie zu beschützen; man kann sie ihr ganz an vertrauen; aber wenn die Eltern anwesend sind, so ändert sich ihr Verhalten und sie tut alles, um Jaqui zu verdrießen. Zur selben Zeit beginnt sie, ihrer Mutter gegenüber unangenehm zu werden: sie gehorcht ihr nicht mehr, antwortet auf alles, sie werde sich bei Papa beklagen.
Mit drei Jahren und sieben Monaten fängt sie an, beständig ihre Mutter der Bevorzugung ihrer kleinen Schwester zu beschuldigen. Gleichzeitig beginnt sie einen Tic zu zeigen: es ist ein besonderer Ton, der ihrer Kehle entschlüpft, und diese Gewohnheit wird schlimmer. Man läßt sie daraufhin fünf Tage bei einer befreundeten Familie. Vom ersten Abend an wirft sie das Wachstuch heftig weg; man läßt sie gewähren und sie hält ihr Versprechen, nicht zu nässen; während der fünf Tage fällt gar nichts vor. Doch sobald sie zur Familie zurückkehrt, beginnt sie von der ersten Nacht an wieder zu nässen. Am f