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Die Durchsicht der Veröffentlichungen des Autors vom Jahre 1922—1930 zeigt, daß er — unter dem Eindruck seiner praktischen Erfahrung —, sich immer mehr eine seelische Therapie aneignet, deren Grundlagen die Erkenntnisse und Erfahrungen Freuds und seiner Schule sind. In seinem Buch über hypnotische Heilweise aus dem Jahre 1922 war den rein suggestiven Methoden noch viel Platz eingeräumt im Gegensatz zu vorliegender Veröffentlichung.
Im Mittelpunkt stehen zahlreiche instruktive Krankheitsgeschichten, darunter auch solche neurotischer Kinder, die in der Phase der infantilen Sexualentwicklung und der Latenzzeit in ärztliche Beobachtung und Behandlung kamen. Levy-Suhl gibt sowohl im allgemein theoretischen Teil wie in seiner Darstellung der Technik der Psychotherapie eine lebendige Vorstellung von den psychischen Mechanismen des Krankwerdens und Krankbleibens wie auch von der Eigenart des Ablaufs individuell bestimmter Neurosen. Er erklärt die Psychoanalyse als die zu wählende Methode, sieht aber in dem ethischen Prinzip der Psychoanalyse ihr wesentlich Wirksames. Für die Entstehung des Gewissens stellt er die ursprüngliche moralische Anlage in den Vordergrund. Das Buch bringt — oft in vereinfachter Form und unter Einbeziehung philosophischer Probleme des Arztes und des Patienten — die Ergebnisse von Beobachtungen eines kritisch denkenden Arztes und Pädagogen. Er will den Ärzten Wege zeigen, in der Behandlung Neurotischer nicht Zeit zu verlieren mit rein symptomatischen Kuren. Er bespricht auch die bekanntesten psychotherapeutischen Schulen, die außerhalb der Psychoanalyse stehen. Sein Buch schließt: “Der unvermeidlichen narzißtischen Kränkung, die Freuds Lehre der Menschheit bringen mußte, haben sich Adlers und Jungs Methode weitgehend entziehen können. Freilich nur, indem sie das urtiefe Problem der Inzestscheu, das im “Sündenfall” symbolisierte ewige Urbild des menschlichen Konflikts zwischen Triebanspruch und Verbot, zwischen Lust und Schuld, “Teuflischem und Göttlich