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Im Vorwort zu den „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie” heißt es: „Mein Ziel war, zu erkunden, wieviel zur Biologie des menschlichen Sexuallebens mit den Regeln der psychoanalytischen Erforschung zu erraten ist.” Bei diesem Versuch war Freud auf ein Zwischengebiet gestoßen, in dem Körperliches und Seelisches sich vereinen, auf die Triebe. Unbewußtes und organisches Geschehen sind auch hier nicht abgrenzbar. Die Kenntnis der Triebgrundlagen des Seelischen bahnte der biologischen und konstitutionellen Forschung des letzten Jahrzehntes neue Wege. Wenngleich die Triebe die Kraftquellen der seelischen Abläufe sind, so ist doch ihre biologische Genese, z. B. der Zusammenhang mit dem Instinkt, ein Problem der Biologie, einer künftigen Biologie, die später Fundament der Psychoanalyse werden müsse.
Die wissenschaftliche Erforschung der Pubertät und Vorpubertät beschränkte sich vor Freud vorwiegend auf die biologische Seite des Problems. Sie bekam neue Anregung durch die Erforschung der inneren Sekretion. Die Tatsache der Sexualität im Leben des Kleinkindes war früher gelegentlich geahnt, aber wissenschaftlich unerforscht oder verleugnet. Der Forschung fehlten noch die unvoreingenommene Beobachtung der libidinösen Entwicklung des Kleinkindes, die Kenntnis des Unbewußten in naturwissenschaftlichem Sinne, und die klinische Erfahrung am erwachsenen Neurotiker. So kam es, daß die Pädagogen, die sich vor dreißig Jahren bei Psychiatern, Psychologen und praktischen Ärzten Rat holen wollten über Ursachen und Behandlung von Erziehungsschwierigkeiten der Heranwachsenden, beispielsweise im Pubertätsalter, sehr wenig über den Motor erfuhren, der Entwicklung und Fehlentwicklung in Bewegung setzt. Die sexualbiologische Seite der Pubertät wird hier nur gestreift. Nach Roux ist der wesentliche Realisationsfaktor der Pubertät das Sexualhormon. Es durchdringt den ganzen Organismus. „Die unermeßliche, unwiderstehliche Macht, die die Geschlechter aneinander zwingt, wurzelt im Gesamtorganismus, im