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An die Tatsache der Menstruation scheint aus mancherlei Gründen ein dunkles unbewußtes Angst- und Schuldgefühl geknüpft zu sein. Wenn wir bei den primitiven Völkern die Tabus studieren, welche die Menstruation betreffen, so finden wir zweierlei Arten derselben:
Solche, welche die Frau selbst betreffen, indem sie ihre Tätigkeit einschränken und sie als unrein vom täglichen Leben abschließen, soweit die Männer der Gemeinschaft daran teilhaben, und
Vorschriften für die Männer, welche den Zweck haben, diese vor den ernsten Folgen zu bewahren, die aus der geringsten, direkten oder indirekten
Berührung mit einer menstruierenden Frau entstehen würden. Es fragt sich nun, ob diese uralte Angst im wesentlichen durch das auffallendste Zeichen der Menstruation bedingt ist, durch die Blutung, die eine ganz ursprüngliche Angst erweckt. Es muß aber auch bedacht werden, daß es in der Tat geheimnisvoll erscheinen mußte, daß den Frauen um diese Zeit ein sonderbarer Geruch anhaftet und daß sie deutlich zu nervösen Störungen und Erregungen neigen.
Über die eigene Stellung der Frauen zur Menstruation bei primitiven Stämmen etwas Genaueres zu erfahren, ist schwierig, da die Bücher, welche uns über diesen Gegenstand unterrichten, gewöhnlich das Werk männlicher Ethnologen sind und auf Mitteilungen männlicher Stammesgenossen beruhen, die wahrscheinlich mit den Vorschriften zu ihrem eigenen Schutz vertrauter sind als mit dem Glauben oder den Gefühlen der Frauen über jene Funktion, welche einen wesentlichen Teil des Lebens der erwachsenen Frau ausmacht. Soeben ist jedoch in London ein Buch veröffentlicht worden, welches von einer Frau geschrieben ist, die viele Jahre in Samoa gelebt hat. Sie erlernte die Sprache der Einheimischen, um die Pubertätseinweihungsriten für beide Geschlechter besser erforschen zu können, und bringt auch ausführlichere Angaben über die Zeremonien, die für die Mädchen und Frauen gelten, als über diejenigen, welche die Männer und Jünglinge betreffen. Aus diesem Buche kö