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Schon die einfache Beobachtung weist darauf hin, daß der Menstruation eine große Bedeutung im Seelenleben der Frau zukommt. Bei einer Umfrage wird man erfahren, daß es nur sehr wenige Frauen und Mädchen gibt, die nicht zur Zeit der Menstruation „nervöse” Beschwerden hätten. Wir müssen annehmen, daß, wenn die Menstruation so häufig derartige Symptome hervorruft — oft bei Frauen, die nicht einmal sehr neurotisch oder hysterisch sind, — sie in besonderem Maße an unbewußte Konflikte rührt. Den gleichen Eindruck erhält man in der Analyse von Patientinnen, besonders von Mädchen in der Pubertät.
Die psychoanalytische Literatur über Menstruation ist nicht sehr groß; wie sich die Analyse überhaupt mehr mit der männlichen, als mit der weiblichen Psychologie befaßt hat. Als erste hat Helene Deutsch die psychische Bedeutung der Menstruation gewürdigt; in ihrem Buche „Psychoanalyse der weiblichen Sexualfunktionen”1 führt sie aus, daß die Menstruation eine doppelte Enttäuschung für die Frau bedeute. Die Frau hat sich — nach Freud — mit ihrem Penismangel abgefunden, indem sie sich an Stelle des Penis ein Kind wünscht. Die Menstruation beweise ihr dann, daß sie kein Kind bekommt und keinen Penis hat; diese doppelte Enttäuschung sei die Quelle der die Menstruation begleitenden Depressionen. Melanie Klein hebt die Rolle der durch die Menstruation hervorgerufenen Angst hervor. Sie hat in ihren Arbeiten ausgeführt,2 daß in einem frühen Stadium des Ödipuskonfliktes das kleine Mädchen die Mutter ihres Leibesinhaltes, der Kinder, Exkremente, und des, den kindlichen Sexualtheorien entsprechenden, im Leibe der Mutter vorausgesetzten Penis des Vaters berauben wolle, und in Vergeltung ihrer Aggression von der Mutter die gleichen Angriffe erwarte. Diese Angst, die nach M. Klein beim Mädchen der Kastrationsangst des Knaben entspricht, werde durch die Menstruation wieder geweckt, indem die Menstruation vom Mädchen als Beweis dafür genommen werde, daß es „von innen” zerstört sei.3
E. Daly hat die