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„In der Bürgerschule klärten uns kleinere Mädchen die älteren schon so weit auf, daß wir uns bei der Sache auskannten. Und nachdem einige in meiner Klasse das ‚Unheilvolle’ bereits getroffen hatte, sah ich mit fürchterlicher Angst dieser Stunde entgegen. Ich war vielleicht noch nicht ganz vierzehn Jahre, da bemerkte ich eines Tages an meinem Hemd Blut. Ich erschrak fürchterlich. Zuerst glaubte ich, es sei von einer Verletzung; nachdem ich mich aber überzeugt hatte, daß das unmöglich sei, mußte ich mich auskennen. Ich sagte kein Wort, hoffte aber im stillen, daß mir die Mutter, wenn sie es beim Waschen sieht, einige Worte sagen wird. Aber es geschah nicht. Die folgenden Monate war die Blutung schon viel stärker, so daß ich mich auf keinen Fall im Nachthemd ins Bett getraut hätte. Da meine Schwester sah, daß ich halbangezogen schlafen ging, begann sie fürchterlich zu schimpfen, es sei die größte Schweinerei, mit Taghemd und Hose schlafen zu gehen. Aber das half alles nichts, und wenn sie mich erschlagen hätte, so hätte ich mich nicht ausgezogen. Sie schrieb das meiner Faulheit und meinem Dickschädel zu. In solchen Nächten bin ich in Schweiß gebadet, mit offenen Augen dagelegen. Schlafen wäre nicht möglich gewesen. Diese Tage waren die größte Qual für mich. Einmal wollte ich meine Mutter förmlich zum Sprechen zwingen. Ich ging vor ihr auf den Topf und fragte, was das sei. Keine Antwort! Was damals in mir vorgegangen ist, läßt sich nicht beschreiben. So gehaßt habe ich da meine Mutter, daß ich am liebsten auf sie losgeschlagen hätte. Dieser Haß wuchs immer mehr, als ich erfuhr, daß meine Freundinnen durch die Mütter aufgeklärt wurden. Nun, einmal kam, Gott sei Dank, auch für mich die Erlösung. In der Schule hatte ich einen Blutfleck am Kleid. Zum Glück bemerkten es meine Freundinnen gleich, machten mich darauf aufmerksam und liehen mir am Heimweg einen Mantel. Meine Schwester bemerkte den Fleck und fragte, wo ich mich Schmierfink wieder einmal hineingesetzt hätte. Da fi