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Die Methoden, mittels derer ich zu meinen Schlußfolgerungen über die Tabu-Vorschriften der Menstruation gelangte,1 scheinen Mißverständnissen zu begegnen, und es seien mir daher — in diesem dem psychologischen Problem der Menstruation gewidmeten Sonderhefte — einige aufklärende Worte gestattet.
Ich entwickelte die Theorie über den Kastrationskomplex und die Tabu-Vorschriften der Menstruation nach psychoanalytischen Gesichtspunkten und, nachdem ich meine erste Abhandlung über diesen Gegenstand geschrieben hatte, entschloß ich mich, meine Theorie mit Unterstützung von anthropologischen Daten — den anerkannt erstklassigen Werken entnommen — zu veröffentlichen. Seither haben die Ereignisse diesen Entschluß gerechtfertigt. Nach vielen Jahren beständiger Selbstanalyse (im ganzen zwölf Jahre), einigen Analysen an anderen Leuten und fortgesetzten Studien der psychoanalytischen Literatur dieser Periode, wagte ich mich an meine Arbeit heran.
Es war aber schwierig, die beste Methode zur Stützung meiner Entdeckung zu wählen. Auch hatte ich alle Ursache anzunehmen, daß ich auf allgemeine Zurückhaltung stoßen würde.
Meine Entdeckung hätte eigentlich verlangt, in einer Autobiographie dargelegt zu werden, die Auszüge meiner Selbstanalyse enthalten mußte; aber dies hätte die Enthüllung eines zu großen Materials bedingt, das auch Verwandte und Freunde peinlich betroffen haben würde. Auch wäre diese Preisgabe der eigenen Psyche ein zu großes persönliches Opfer gewesen, wenigstens ein größeres, als ich es damals gewillt war zu bringen.
Eine Studie der Hindu-Mythologie brachte mich zuerst auf den Gedanken, mich der Mythologie und Anthropologie zuzuwenden, um dort das parallele Material zu finden, das ich — gestützt auf biologische Fakten — in meiner Selbstanalyse entdeckt hatte.
Mildernde Umstände möchte ich dem Widerstande meiner psychoanalytischen Kollegen umsomehr zubilligen, als das Überwinden meines eigenen Widerstandes gegen