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Das Bedürfnis nach einem Handbuch über seelische Hygiene ist in den Kreisen der Ärzte, Juristen, Jugendrichter, Lehrer und Eltern seit Jahren vorhanden, vor allem in den Kreisen, welche die große Bedeutung der Psychoanalyse und der Kinderanalyse für die Neurosenprophylaxe erkennen. Im vorliegenden Handwörterbuch sind zahlreiche Probleme einer künftigen psychischen Hygiene und einer psychiatrischen Fürsorge durch eine große Anzahl von Fachgelehrten und Praktikern wissenschaftlich und gemeinverständlich dargestellt. Der Nachweis von orientierender Literatur bei den einzelnen Abschnitten über das Sondergebiet und seine Grenzgebiete erleichtert weiteres Fachstudium. Für die Leser unserer Zeitschrift sind vor allem die Kapitel von Interesse, in denen Funde der Psychoanalyse verwertet sind. Es seien hervorgehoben die Beiträge von Kretschmer, H.W. Maier und Mauz.
Roemer - Illenau weist in dem langen Abschnitt über psychische Hygiene kurz auf Freud hin, ohne dem Leser bewußt zu machen, welche Entscheidung die Entdeckung Freuds für die neue Wissenschaft brachte: Entdeckung des Unbewußten, Fund der Sexualität des Kindes, Beziehung von Neurose und Charakter. In seinem Literaturnachweis fehlt leider jede Angabe über die von Freud und seinen Schülern geschaffene Literatur.
Mauz übernahm die Bearbeitung des Beitrags „Die psychoanalytischen Methoden”. Der Autor stellt darin, z. T. anlehnend an Veröffentlichungen Kronfelds, die Lehre Freuds dar und charakterisiert kurz die Auffassungen von Adler und Jung. In seiner Zusammenfassung heißt es u. a.: „Mit den suggestiven und psychoanalytischen Methoden allein ist aber vielfach die psychotherapeutische Aufgabe nicht erreicht. Sobald sich die Grundlinien des Aufbaus einer Neurose bezw. einer Psychose einigermaßen übersehen lassen, müssen der Behandlung aktiv psychagogische