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Tumlirz stellt die historische Entwicklung der modernen Jugendpsychologie dar. Er wertet die einzelnen Funde unter Heranziehung deutscher, französischer, englischer und nordamerikanischer Veröffentlichungen und versucht im Abschnitt „Aufgaben der Jugendpsychologie” die heutige Problemstellung aufzuzeigen. Er betont zwar die Notwendigkeit, die damals bestand, als das Unbewußte für die Psychologen noch nicht entdeckt war, sich um das unbewußte Seelenleben zu kümmern, meint aber, daß durch die Anerkennung eines unbewußten Seelenlebens die Psychologie den festen Boden der Tatsachen aufgegeben hat. In dem Abschnitt „Die Stufen der geistigen Entwicklung” heißt es: „Wäre das Buch Hermine Hug-Hellmuths von ähnlichen großzügigen Gesichtspunkten geleitet wie die Untersuchungen W. Sterns, so hätte dieses als der Beginn der zweiten Forschungsperiode bezeichnet werden müssen. Denn auch sie vertritt bestimmte psychologische Anschauungen und wendet sie auf die frühe Kindheit an, welche eine starke Strömung der allgemeinen Psychologie charakterisieren. Aber abgesehen davon, daß viele Lehren der psychoanalytischen Schule Freuds berechtigten Widerspruch gefunden haben, führt gerade die Übertragung dieser Ansichten auf die frühe Kindheit und der Versuch, alle seelischen Erscheinungen dieser Entwicklungsstufe als Äußerungen des Geschlechtstriebes zu deuten, zu geradezu grotesken Behauptungen.”
Später wird die Bernfeld sehe Arbeit über die Reifezeit besprochen und hervorgehoben, daß Bernfeld die psychoanalytischen Anschauungen geistvoll und scharf herausarbeitet. In der Theorie und Jugendkunde lehnt der Autor die psychoanalytischen Theorien im wesentlichen ab. Das Literaturverzeichnis nennt lediglich Arbeiten von Freud, Bernfeld und Hug-Hellmuth. Der Hauptwert der Veröffentlichungen liegt in den zahlreichen Hinweisen und in der knappen Kennzeichnung der jugendpsychologischen Buch- und Zeitschriften-Erscheinungen von Preyer bis zur Gegenwart. Zur Kritik der heutigen Einstellung der Jugend