You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die nachfolgende Äußerung wurde — in einer Stadt der Vereinigten Staaten von Amerika — erbeten von einer offiziellen städtischen Kommission, die aus den Vorstehern des Schul-, Gesundheits-, Polizei- und IVohlfahrtswesens, sowie aus den amtlichen Schülerberatern besteht. Behörden und Private hatten sich unendlich viel Mühe gegeben, der beginnenden Fehlentwicklung des Burschen, um den es sich handelt, zu wehren. Der erlittene Mißerfolg legte den maßgebenden Instanzen den Wunsch nahe, durch einen Psychoanalytiker zu erfahren, ob bei der Erziehung des jugendlichen Verbrechers Fehler begangen worden seien, ob die bedauerliche Laufbahn bei Anwendung anderer Mittel zu vermeiden gewesen wäre, und ob jetzt noch Hoffnung auf Heilung vorhanden sei. Mein Gutachten wurde zunächst für Hörer und Leser bestimmt, die von der psychoanalytischen Erziehung wenig wissen, und ist daher elementar gehalten.
C. X., geb. am 8. Juli 1909, entwickelte sich langsam zu einem hochgewachsenen, aber schmächtigen, intellektuell normalen, aber unter dem Durchschnitt stehenden Schüler. Der Vater, ein Mechaniker, zeichnete sich durch nervöse Reizbarkeit aus, meinte es aber gut mit seinem Sohne. Die Mutter, stellvertretende Lehrerin an der Schule, in der unser Analysand unterrichtet wurde, leitete zum größten Teil die Erziehung. Sie soll eine ruhige, aber phlegmatische und energielose Frau sein, deren Gesundheit zu wünschen übrig läßt (Bericht vom 3. September 1923). Man soll es dem Jungen zu fühlen gegeben haben, daß er der Schwächling der Familie sei, seine Gemütsansprüche wurden angeblich zu wenig befriedigt (Bericht an das Polizeiamt vom 27. Oktober 1925). Die beiden jüngeren Geschwister sollen bevorzugt worden sein.