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Die sechsjährige Franĉoise saugt mit einer Art von Raserei fortwährend an ihrem Daumen; wenn sie in dieser wichtigen Beschäftigung gestört wird und dieselbe einen Augenblick vergißt, erinnert sie sich kurz nachher wieder daran und wirft sich dann auf ihren Daumen wie auf eine Beute, — genau so wie sich der hungrige Säugling an die Mutterbrust wirft, die man ihm einen Augenblick entzogen hat. In der Tat hat dieses Kind plötzlich entwöhnt werden müssen, was es sehr schlecht vertrug. Es zeigt auch andere Merkmale, die richtig ein Entwöhnungstrauma charakterisieren. Franĉoise ißt sehr schnell, schluckt, verschlingt, und trotz aller Verweise und Einwendungen kann sie sich nicht entschließen zu kauen; mit anderen Worten, sie behandelt alle Speisen wie eine Flüssigkeit. Früher bediente sie sich oft ihrer Zähne, aber um ihre ältere Schwester bei ihren Streitigkeiten zu beißen; doch dies ist ein Zeichen für die Wichtigkeit, die die orale Zone bei diesem Kinde gewonnen hat.
Franĉoise ist gierig und anspruchsvoll hinsichtlich der Nahrung; sie ist es umsomehr, da Darmstörungen, welche nicht ohne Zusammenhang mit dem Entwöhnungskomplex sind, eine strenge Diät nötig gemacht haben. Während dieser Diät muß sie sich vollständig der Milch enthalten — so sehr ist es wahr, daß das Unbewußte oft gegen seine eigene Absicht handelt — und man begreift, daß die Kleine so leicht unzufrieden ist mit dem, was man ihr zu essen gibt, dieses nicht anrührt und absolut jenes will. Aber eines Tages hatte der Arzt die glückliche Idee, das unter dem Namen „Trockenmilch” bekannte Produkt einzuführen. Die Kleine war im siebenten Himmel. Sie liebt nichts so sehr als ihre „Milch” und verlangt beständig danach.
Eines ihrer Lieblingsspiele besteht darin, ihren Puppen die Milchflasche zu geben; ich glaubte, sie dazu ermutigen zu müssen und dieses Spiel gegen ein Entwöhnungsspiel hinzulenken. Denn im Spiel „spielt” (inszeniert) das Kind die unvollkommen überwundenen Traumatismen und kann sich auf diese Weise v