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Einige Tage nach meinem Amtsantritt an der Volksschule S. wurde ich abends während ich meine Vorbereitungen für den folgenden Schultag machte, von einigen Mädchen der mir unterstehenden Unterklasse, im Alter von sieben bis acht Jahren, aufgesucht. Ich ließ die Kinder ruhig ins Klassenzimmer hereinkommen, bat mir aber aus, mich in meiner Arbeit nicht zu stören. Die Mädchen traten ziemlich schüchtern und befangen in das Zimmer; sie schauten drein, als wüßten sie eigentlich selbst nicht recht, weshalb sie angeklopft hatten und in das Zimmer wollten.
Zuerst wurden Fangspiele um die Schulbänke herum gemacht. Dann kamen Versteckspiele an die Reihe, wobei mein Stuhl regelmäßig zum Versteckplatz gewählt wurde. Als der Tumult zu groß wurde und ich Einhalt gebot, gingen die Mädchen an die Wandtafeln. Jedes nahm eine Kreide und schrieb, wie wenn es vorher ausgemacht worden wäre, den Namen ihrer Freundin mit einer „Beibemerkung” an die Tafel. Mit viel Gekicher wird dann die anzügliche Bemerkung von der damit Betroffenen wieder weggewischt. Auf einmal gingen die Mädchen hinter die Tafel. Das unterdrückte Gelächter verrät, daß etwas Interessantes gezeichnet wird. „D'Martha hat Sie grad g'malt”, ruft ein Mädchen zu mir herüber, „wenn Sie's nur gesehen hätten!” „Dann ist's recht”, sage ich, „wenn sie mich nur recht schön gemalt hat. Ich habe gar keine Zeit zum Ansehen.” Immer unbefangener wird gezeichnet und zwar auch auf die mir zugekehrte Tafelfläche. Ich lasse mir gar nicht anmerken, daß ich das Gespräch der Kinder belausche. Das unterdrückte Gekicher nimmt auf