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In den Diskussionen über Erziehungsprobleme steht die Frage nach den Erziehungsmitteln sehr häufig im Vordergrund. Eine Einigung konnte bisher nicht erzielt werden: Die Einen treten nach wie vor für Strenge, Strafandrohung und Strafe, die Andern für Milde, Güte und Liebesprämie ein. Es ist auch eine nicht zu leugnende Tatsache, daß sowohl durch Strafe als auch durch Belohnung Erziehungserfolge erzielt werden und daß auf beiden Wegen Mißerfolge nicht auszuschließen sind. Die „strengen” Erzieher behaupten, daß die Güte, die „milden”, daß die Strenge die schlechteren Erziehungsergebnisse liefere. Eine Erziehungserfolgstatistik, aus der zu ersehen wäre, welche von den beiden Behauptungen die richtige ist, gibt es nicht. Aus der praktischen Erziehungsarbeit ist daher nicht ableitbar, welchem Erziehungsmittel der Vorzug zu geben sei.
Vielleicht wurde bisher die Abhängigkeit der Erziehungsmittel vom Erziehungsziel, vom Objekt der Erziehung — Kind — und von allgemeinen und besonderen Begleitumständen der Erziehungsarbeit zu wenig gewürdigt, so daß sich der Versuch, dem Problem von dieser Seite beizukommen, lohnen dürfte. Die folgenden Ausführungen sollen diesem Versuch dienen; sie sind aber nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen, sondern nur eine lose Zusammenfassung einzelner, theoretischer Überlegungen, wie sie in der praktischen Erziehungsarbeit auftauchen; sie sollen den Leser anregen, aus eigenen Beobachtungen Neues hinzuzufügen, das Gebrachte einzuschränken, richtigzustellen oder auch zu widerlegen. So wird Zusammengehöriges gefunden. Die methodische Verknüpfung dieser Erkenntnisse zu einer systematischen Einheit wird ein neues, gesichertes Ergebnis für die Erziehungslehre liefern.
Wer Kinder erzieht, hat eine bestimmte Absicht, hegt auch die Erwartung, daß deren Entwicklung dieser Absicht entsprechend verlaufen werde, bleibt nicht passiv, sondern greift aktiv ein. Das Eingreifen ist überlegtes oder instinktmäßig in Erscheinung tretendes Handeln, das auf e