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Es wird heute allgemein anerkannt, daß der Schulunterricht mehr bedeutet als ein bloßes Übermitteln von Wissen. Die Schule ist ein wichtiger Faktor in der Gesamterziehung des Kindes, wobei der Schul- und Klassendisziplin zweifellos eine Hauptrolle zufällt. Wir wissen, daß bestimmte Gefühlseinstellungen in politischer und religiöser Hinsicht durch unbewußte Motive bestimmt werden. Ähnlich werden auch die Einstellung des Lehrers in Bezug auf Schuldisziplin und die Mittel, durch die er sie herzustellen trachtet, durch unbewußte Faktoren in weit größerem Maße beeinflußt, als man gewöhnlich annimmt. Indem der Psychoanalytiker diese unbewußten Quellen und Mechanismen aufzeigt, die sich in der Tätigkeit des Lehrers auswirken, kann er einen nützlichen Beitrag zur Pädagogik liefern, ohne auf das Bereich des Erziehers überzugreifen.
Der seelische Apparat arbeitet nach dem Lustprinzip und sucht nach Möglichkeit alles Unlustvolle aus dem Bewußtsein zu eliminieren. Diese unlustvollen Reize sind entweder äußere oder innere; die Psychoanalyse befaßt sich vorwiegend mit letzteren. Von den unlustvollen inneren Empfindungen ist das Schuldgefühl eine, die besonders schwer zu ertragen ist. Es gibt verschiedene seelische Mechanismen, um das Schuldgefühl zu verarbeiten; einer davon der vorwiegend bei Lehrern zufolge ihrer Arbeitsbedingungen vorzuherrschen scheint, ist die Projektion, und auf diesen möchte ich in meiner Arbeit näher eingehen. Die verdrängten Wünsche des Lehrers, die von Kindheit an in ihm unbewußt wirksam sind, werden nicht als solche anerkannt, sondern sie werden