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Die Hervorhebung der Bedeutung sadistischer Triebregungen in dieser Sammlung von Aufsätzen zum Thema Strafen soll hier ergänzt werden durch die Besprechung der Beziehungen zu den analerotischen Triebregungen und ihren reaktiven Charakterzügen.
Hätten wir nicht gelernt, tiefere, organische und entwicklungsgeschichtliche Notwendigkeiten hinter solchen Erfahrungstatsachen zu vermuten, wie es die Zusammengehörigkeit von Sadomasochismus und Analerotik ist—, man wäre geneigt, die besondere Gemeinschaft dieser beiden Triebregungen lebhaft zu bedauern und sie als von einander abhängig zu verstehen, da die frühe, allzufrühe oder -strenge Erziehung zur Reinlichkeit soviel zu Wut- und Trotzregungen und Strafen beiträgt.
Es ist eine Tatsache, daß der Akt der Defäkation während des ersten Lebensjahres eines der beiden großen Lebensinteressen des Säuglings ausmacht, und daß gewisse Charakterzüge durch das Auftreten sexueller Erregungen der Afterzone in der frühesten Kindheit tiefgreifende Veränderungen erfahren können. (Freud, Jones, Abraham u. a.)
Aggressionstrieb und analer Trieb sind allgemein menschliche Regungen, es wird sich also hier nur um die gesteigerten Erscheinungen1 handeln; überdies sei gleich hier auf die Vererbbarkeit hingewiesen, die verschärfend wirkt. Der Strafer begegnet bei seinen Erziehungsobjekten besonders ungern aus seiner Jugend mehr oder weniger erinnerten Schwächen und reagiert umso ärgerlicher auf solche. Der pedanlisch-überreinliche geizige Analcharakter straft besonders gerne wegen schmutzlustiger oder verschwenderischer Verbrechen. Sind wir gewohnt, beim Pädagogen aus Neigung verdrängte sadistische Regungen nachzuweisen, so möchte ich hier das Bild der extrem „seriösen Persönlichkeit”, der „ausgeprägten Individualität ‚wie wir ihm an Pädagogen und wichtigtuerischen Eltern begegnen, von der analen Seite her darstellen. Der „Charakter” im prägnanten Sinne — und den halten doch viele für den besten Erzieher — zeigt von dort herstammend: Entschlossenheit,