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Roland, ein Knabe von neun Jahren, leidet ganz außerordentlich stark unter dem Zwange zur Selbstbestrafung, und zwar in der extremen Richtung der Selbstkastration. Seit Jahren quält er sein „Rolle” (Penis), weil es so „schlau” ist und weil es auch groß werden kann. Er drückt es, zwickt es, „stupft” es, klemmt es ein, „wixt” es, schnürt es ein, erfindet in der Analyse gar die raffiniertesten Foltermaschinen, um es zu quälen und beschäftigt sich schließlich stundenlang mit dem „Wegschlitzen”. Antriebe zu diesen Torturen sind verdrängte Onanie, Strafbedürfnis (dabei sekundärer Lustgewinn, da das „Rolle” bei den Kastrationsakten immer rot und groß wird).
Eines Tages aber tauchte plötzlich noch ein weiteres, bis dahin in der Analyse noch nicht erwähntes Moment zur Bildung und Genese des Kastration skomplexes auf, das mit Inzestwünschen und der Odipussituation im Zusammenhänge steht und auf einem recht amüsanten Umwege entdeckt wurde.
Nachdem der Junge eine ganze Stunde hindurch so „schlaue” Witze erzählt hatte, rief er plötzlich ganz begeistert: „Herr Doktor, soll ich Ihnen mal was ganz Schlaues machen?” — „Ja, was denn?” — „Ein Witzbild.” — „Schön.”
Am folgenden Tage erscheint er feierlich mit dem „Gemälde”. Mit wichtiger Gebärde enthüllt er es vor meinen Augen und legt die Hülle, auf der mit großen Lettern „Schutz des Bildes” steht, sorgfältig beiseite. — Aufmerksame Vertiefung: er in mein Gesicht, ich in sein Bild. Schließlich bemerke ich: „Das Bild ist sehr hübsch, aber ich kann leider den Witz nicht herausfinden.” — „Ha no, das ist eben mal was ganz Schlaues! Hinten drauf steht es geschrieben.” — Ich drehe um und lese laut: „Der Schupo schreibt die Autonummer falsch auf, sie heißt III A 16781 und er schreibt auf III A 16780.”
Roland lacht unbändig: „Ja, ich habe auf dem Bilde die Zahl da in die Luft hinaufgeschrieben, bloß weil man sie hinten am Wagen nicht sehen würde.” — „Aha”, sage ich, „das ist also der Witz, daß der Schupo eine o statt der 1 schreibt. Aber warum