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Wir wollen heute nicht von der Prophylaxe der Psychosen sprechen, die wohl von einem organischen, endokrinen, chemischen Vorgang sich ableiten, der zu tief körperlich veranlagt ist, als daß er durch psychische Maßnahmen, seien sie präventiver oder therapeutischer Natur, allein wesentlich beeinflußt werden könnte; ebensowenig wollen wir im allgemeinen von der Prophylaxe der jugendlichen Kriminalität handeln, die doch gewissermaßen von der Erziehung direkter abhängig ist. Wir wollen von der Prophylaxe der Neurose und höchstens noch von jenem Neurosenanteil sprechen, der oft auch beim Kriminellen, Perversen und Irren vorhanden ist und dann wohl auch einer therapeutischen oder vorbeugenden Beeinflussung sich nicht unzugänglich zeigt.
Die Neurosen sind, wie Freud lehrt, spezifische Erkrankungen der Sexualfunktion; diese erleidet infolge der Lebensbedingungen, unter denen der Mensch in unserer Zivilisation heranwächst, schon in der Kindheit Schädigungen.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß man dem Kind jegliche Sexualität abspricht. Man meint, daß der Sexualtrieb erst dann auftrete, wenn die