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Nachstehend bringen wir in wesentlich verkürzter Form einen Aufsatz, der im Sonderheft „Psychologie” der Zeitschrift „Imago” (Jahrg. XVII, 1931, Heft 3) unter gleichem Titel erschienen ist. Von den dort geschilderten und illustrierten siebzehn Fällen sind hier nur fünf wiedergegeben.
Das Denken in Sprachform, das Wortdenken des Erwachsenen ist gewiß nicht die Urform unseres Denkens. Bei allen Kindern, jedoch auch bei einzelnen Erwachsenen, finden wir ein Denken in Bildern, wie es uns durch Freuds Forschungen auch für den Traum bestimmend erscheint. Das Bilddenken wird von Freud und Bleuler auch als „organisches” Denken bezeichnet, weil jede Bildvorstellung schließlich aus bestimmten Empfindungen entspringt, eine Empfindung aber mit der Erregung nicht nur des zentrifugalen, sondern auch des zentripetalen Teiles unseres zentralen und vegetativen Nervensystems verknüpft ist. Daher kommt die Wirkung der Empfindung auf unseren Organismus. Die Empfindungen beeinflussen unseren Organismus insofern, als sie in demselben entsprechende Veränderungen und Reaktionen hervorrufen. Diese mittelbare Beeinflussung des Organismus durch Bild Vorstellungen rechtfertigt den Namen „organisches Denken”.
In unserem Bilddenken fassen wir die Gesichtsbilder deshalb am besten auf, weil Gesichtsempfindungen, welche diesen Bildern zugrunde liegen, am deutlichsten objektiviert sind. Empfindungen von Wärme und Kälte z. B. lokalisieren wir stets untrennbar von unserem Organismus, ebenso Muskelempfindungen. Es ist nicht anders mit den Geruchs- und Geschmacksempfindungen. Dagegen erscheinen uns Gesichtsempfindungen deutlich als außerhalb des Organismus gelegen. Gesichtsempfindungen sind ja eigentlich gar keine Empfindungen, sondern Eindrücke, die wir mit einem objektiven sie erzeugenden Gegenstand in Beziehung bringen. Wir können eine Bewegung empfinden, aber die blaue oder rote Farbe ruft keine bewußte Körperempfindung in uns hervor.
Die kinästhetischen Bilder werden eher als alle anderen durch Gesich