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Die kleine Ellen, dreieinhalb Jahre alt, wird von ihrer Mutter wegen schwerer Stuhlverhaltung in die Sprechstunde gebracht. Sie sei immer, so berichtet die Mutter, ein sehr lebhaftes, intelligentes, aber ungewöhnlich fügsames und leicht lenkbares Kind gewesen. Nur die Reinlichkeitsgewöhnung habe große Schwierigkeiten gemacht und sei nach harten Kämpfen erst seit einem halben Jahr gelungen. Man habe Ellen oft ergebnislos gezwungen, stundenlang auf dem Nachtgeschirr sitzen zu bleiben, um, kaum daß man ihr aufzustehen erlaubte, mit einer Entleerung in die Hose überrascht zu werden.
Seit jener Zeit datiert, wie aus dem weiteren Bericht der Mutter hervorgeht, die Gewohnheit des Vaters, täglich in Gegenwart der einzigen Tochter eingehenden Bericht über ihren Stuhlgang einzufordern und im Falle seiner Unzufriedenheit mit der Mutter zu schelten. Auch nach erfolgter Reinlichkeitsgewöhnung zeigte er Besorgnis und Unruhe, sobald die tägliche Entleerung einmal ausfiel oder auch nur zu einer ungewohnten Tageszeit stattfand; er überschüttete das vergötterte Kind dann mit Liebkosungen und Entleerungsbittgesuchen und verlangte schließlich von der widerstrebenden Mutter, daß sie der Kleinen ein Abführmittel gebe, unter dessen Wirkung das kleine Mädchen dann mühelos entleeren konnte. Dafür erntete sie das Lob des sorgenden Vaters, für den die liebende Fürsorge um das Wohl der Tochter identisch war mit der ängstlichen Sorge um ihre Stuhlentleerungen.
So gewöhnte sich die Patientin daran, überhaupt nicht mehr ohne Abführmittel zu entleeren. Ihr Stuhlgang stand im Mittelpunkt des familiären Interesses, und das Kind lernte mit seinen Darmfunktionen die kleine Familie zu beherr sehen: Wie allmächtig war sie doch! Sie konnte, je nachdem ob sie ihren Stuhlgang hergeben oder für sich behalten wollte, die lobenden oder ängstlichen Zärtlichkeiten des Vaters auf sich lenken, Mißhelligkeiten zwischen den Eltern erzeugen, bei denen der Vater auf ihrer Seite, die Mutter allein auf der Gegenseite sta