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Über das Verhalten der Pädagogen früherer Zeiten zur Onanie besitzen wir außerordentlich wenig Zeugnisse. Bei meinen Pestalozziforschungen stieß ich nun zufälligerweise auf einige Handschriften, die sich mit dem Probleme der „Selbstschändung” befassen.
Ein gewisser C. A. Zeller leitete 1809/1810 zwei Anstalten in Ostpreußen. (Es ist dies nicht jener Zeller, der die bekannte Anstalt in Beuggen leitete.) Dieser C. A. Zeller nannte sich einen Pestalozzianer. Pestalozzi und seine nähere Umgebung schenkten ihm aber kein großes Vertrauen. Es liegt nun der Bericht eines Lehrers Tor, der die Schule Zellers mehrere Wochen besuchte und dessen bester Freund Lehrer in jener Anstalt war. Dieser Bericht, der für einen intimeren Kreis geschrieben war, gelangte in Pestalozzis Institut zu Iferten. Glücklicherweise ist auch noch der selbstgeschriebene Lebenslauf Zellers vorhanden, so daß wir einigermaßen über diesen Mann orientiert sind.
Zeller erklärte, daß jeder Knabe „geheime Sünden” habe, er wisse dies aus Erfahrung. Als er die erste Anstalt übernahm, schreibt er, seien die neun- bis dreizehnjährigen Knaben größtenteils an die Selbstbefleckung gewöhnt gewesen. Zeller stürzte sich nun mit Strenge und Energie auf die Bekämpfung der Onanie. Hören wir nun, wie dieser Mann, der beständig von „Liebe”, „Menschheitswohl” und „Frömmigkeit” sprach, seinen Anstaltszöglingen die Onanie abgewöhnen wollte! „Alle wurden infibuliert, einer in Gegenwart des anderen.” Ein Schüler wurde so infibuliert, daß seine Geschlechtsteile gefährlich entzündet wurden und daß er kaum mehr gehen konnte. Zeller fragte ihn, warum er sich nicht gemeldet und um Abnahme des Ringes gebeten hätte. Der Knabe gab ihm die bezeichnende Antwort: „Ich möchte mich nicht gern so oft besehen lassen.” Zellers Hauschronik berichtet eine Zeitlang fast auf jedem Blatt von Infibulationen. Zuletzt schreibt er selbst, nachdem die Knaben doppelt infibuliert waren, daß er doch erfahren habe, daß alles dies nicht helfe. So ließ er die Rin