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In der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse Jahrg. XVII (1951),. Heft 4, berichtet Martha Zulliger über zwei Beobachtungen an Kindern. Der erste Fall betrifft zwei Mädchen von acht und fünf Jahren, die es einein zehnjährigen Knaben beim Urinieren gleichtun wollen. Der heftige Penisneid des kleineren Mädchens kommt bei einem gemeinsamen Spiel (Füllen von Flaschen mit Urin) zu lebhaftem Ausdruck, als sich herausstellt, daß der Knabe es in diesem Spiel weiterbringt als die Mädchen. Es stellt sich heraus, daß die Fünfjährige Gelegenheit hatte, den Penis des Vaters zu beobachten. Sie versucht auf verschiedene Weise, dem Mangel abzuhelfen; so uriniert sie im Klosett in verkehrter Haltung, „wie die Buben”, sammelt ihren Urin im Nachttopf, um zu beweisen, daß sie es ebenso gut kann wie der Knabe. Eine erste Sublimierung mit Wendung ins Weibliche zeigt sich nach diesen Mißerfolgen in einem neuerfundenen Spiel, bei welchem das Kind eine Reihe alter Saugflaschen in einer Kinderwanne badet. Die Saugflaschen sind die „Flaschenkinder”. Also eine unmittelbare Bestätigung für die Gleichung Penis — Kind.
In einer zweiten Beobachtung tauft ein kleines Mädchen ihre neue Puppe mit dem in der Familie ungewohnten Namen „Eugen”. Vor einiger Zeit war unter den Kindern über die Möglichkeit des Wahrsagens diskutiert worden. Bei dieser Gelegenheit hatte die Mutter erzählt, eine Wahrsagerin habe ihr in der Jugend prophezeit, ihr Mann werde einmal Eugen heißen. Dieser imaginäre verschmähte Eugen wurde prompt zum Puppenmann der Kleinen erwählt.
Im gleichen Heft berichtet Lotte Liebeck-Kirschner über einen Fall gesteigerter Kastrationsangst bei einem 3¾ jährigen Knaben. Das Kind ist das jüngere von zwei Geschwistern, das ältere ist ein um zwei Jahre älteres Mädchen. Die Mutter ist bei der Geburt des Kleinen gestorben. Es kam eine Kinderpflegerm ins Haus, die sich, im Gegensatz zu den mütterlichen Verwandten, ganz einseitig auf den Knaben einstellte und das Kind maßlos verwöhnte (Überfütter