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Für den psychoanalytisch-pädagogisch Interessierten bietet der Kongreßbericht wertvolle Gesichtspunkte in zweifacher Richtung. Der Vortrag von Hauer, Tübingen, wirft die Frage auf, wie die Ostvölker in der Yogalehre und im Buddhismus Psychotherapie intuitiv und durch Erfahrung fanden und lehrten. Die anderen 31 Referate und Vorträge zentrieren sich um die Probleme der Vorbeugung, Entstehung und Behandlung der Zwangsneurose,
Hauer, der selbst jahrelang in Indien lebte, zeigt, daß der Osten — im Gegensatz zum Westen — stets das Fundament der Erziehung in der Disziplinierung unbewußter Tendenzen sah. Die östlichen Versuche, dem logischen Intellektualismus und der Dissozialität vorzubeugen, zielten darauf hin, „die unerschütterliche Stätte” im reifen Menschen zu schaffen, von der aus er seine äußere und innere Welt in ihrer Relativität und Realität erkennt, erträgt und zu seiner Vervollkommnung ausnützt. Der Annahme Hauers von der wesentlichen Identität von Yogalehre und Buddhismus widersprechen allerdings Veröffentlichungen von Paul Dahlke, der als Arzt und Mönch lange in Indien gelernt und gelehrt hat. Es ist hier nicht der Ort, die von Alexander 1922 aufgeworfene Frage zu verfolgen, inwieweit Buddhas Versenkungslehre innerlich verwandt ist mit modernen tiefenpsychologischen Auffassungen. Vor allem müßte das — auch damals — und neuerdings von Hauer aufgeworfene Problem der Analogie oder Identität schizophrener Veränderungen und Versenkungsveränderungen neu überprüft werden. Alexander ging damals von einem falschen Fundament bei der Kennzeichnung des Buddhismus aus. Hauer vermutet in seinem Referat, daß es sich bei der östlichen Psychotherapie und Meditation nicht um Spaltungsprozesse des „Ich” handelt. Leser, die hier weiter Vordringen wollen, seien verwiesen auf Dahlkes Buch „Der Buddhismus”, herausgegehen von Driesch (Reinecke, Leipzig 1926), auf die „Beiträge zur Philosophie und Psychologie” Heft 1—3, herausgegeben von Oesterreich (Verlag Kohlhammer, Stuttgart 1928)