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Dieses Buch ist zwar in erster Linie für den Musikpädagogen von Interesse bietet jedoch auch für den Psychoanalytiker manches, was seine Aufmerksamkeit verdient. Besonders interessant sind von unserem Standpunkt die außerordentlich guten Erfolge der Verfasserin auf dem Gebiete des Kleinkinderunterrichts. Zwei seelische Faktoren spielen in den erteilten Ratschlägen für den Unterricht eine wichtige Rolle. Erstens, daß von Anfang an an das Verständnis des Kindes appelliert wird. Das heißt, es wird nie von dem Kinde verlangt, daß es irgendetwas tun oder lernen soll, dessen Zweck ihm nicht einleuchtet. Überraschenderweise stellt es sich bei dieser Art Unterricht heraus, daß die Kinder nicht nur erstaunlich früh mit den Elementen der Harmonie-und Formenlehre vertraut werden, sondern auch, daß dies keineswegs als eine Belastung von den Kindern empfunden wird, vielmehr ihre Freude an der Musik bedeutend erhöht. Dies ist ein wertvoller Wink für den Pädagogen im allgemeinen, daß die intellektuellen Fähigkeiten des Kindes nicht unterschätzt werden dürfen, und daß das Bekanntwerden mit den kausalen Zusammenhängen nicht ein Plus an Arbeit, sondern eine Erleichterung für das Kind bedeutet. Der andere wichtige seelische Faktor der Varróschen Methode ist, daß den Kindern ziemlich große Freiheit im Ausleben ihrer individuellen Neigungen gestaltet wird. Im Gegensatz zu der häufig geübten Spieltechnik besteht diese Freiheit nicht darin, daß man den Unterricht programmäßig spielerisch gestaltet, und der ernste Zweck sozusagen mir durch eine Hintertür hineingeschmuggelt wird, sondern daß dem Kinde erlaubt wird, den Phantasien, die in ihm während des Klavierspielens auftauchen, Ausdruck zu geben. Dieses Phantasieren erleichtert dem Kinde die Arbeit, besonders wenn es die Gewißheit hat, daß es ihm nicht als „Dummheit” verübelt wird. Zuweilen geschieht es auch, daß diese Phantasien dazu verhelfen, gelegentliche Lernschwierigkeiten aufzudecken, was natürlich ihre Eliminierung bedeutend förd