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Fast allgemein wird in unserer Gesellschaft die Geburt eines Knaben mehr begrüßt als die eines Mädchens. Die Ellern erwecken durch ihr Verhalten häufig den Anschein, wie wenn es schwerer wäre, einen Knaben zu zeugen und zu gebaren. Ein Mann, dessen erstes Kind kein Knabe ist, wird für schwächlich gehalten. Dem Neugeborenen fällt die ganze Liebe der jungen nicht neurotischen Mutter zu, Und der gesunde Knabe läßt sich die Liebkosungen seiner Mutter gerne gefallen; saugt mit Genuß an der vollen Mutterbrust und sinkt, gesättigt, selig in Schlaf. Keine Sorge tritt an den Säugling heran. Die ganze Liebe der reifen mütterlichen Frau gehört ihm. Sie eilt herbei, wenn er gestört durch äußere Eindrücke unruhig wird, nimmt ihn auf, legt ihn trocken und wiegt ihn wieder in den Schlaf. Der Vater steht bewundernd nebenbei, freut sich über Mutter und Sohn; manchmal allerdings von nicht ganz bewußten Eifersuchtsregungen geplagt, wenn die junge Frau allzuviel Zeit und Liebe für den kleinen Knaben übrig hat. Der jungen Mutter allein fällt die schwierige Aufgabe zu, den Knaben zu entwohnen2, ihn schon früh zur Reinlichkeit zu erziehen3. Bei beiden Aufgaben kann sie, ungeduldig werdend, Fehler machen, welche sich später schwer rächen und den Keim zu neurotischen Störungen legen können. Kann der Junge laufen, so widmet sich auch der Vater dem Knaben voll Stolz, wie wenn es sein Werk gewesen wäre, daß der Junge es schon so herrlich weit gebracht hat. In seinen Mußestunden