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Das Kinderspiel hat bei vielen Psychologen verschiedener Richtungen seine wissenschaftliche Behandlung gefunden. Die Kinderpsychologic. die an unseren Universitäten gelehrt wird, hat sich mit dem merkwürdigen Phänomen beschäftigt, daß ein beträchtlicher Teil des Tages des heranwachsenden Kindes mit Spiel ausgefüllt ist, und es wurden verschiedene Ansätze zu seiner Erklärung unternommen. Wir wollen nun sehen, was die Psychoanalyse zur Frage des Kinderspieles auszusagen hat
Wer die Literatur der Schulpsychologie zum Spielproblem mit den — mehr gelegentlichen — Publikationen der Psychoanalyse über diese Frage vergleicht, dem wird vor allem auffallen, daß es jedesmal eine andere Gruppe von Spielen ist, die das Hauptaugenmerk auf sich lenkt. In der Schulpsychologie werden vornehmlich die sozusagen offiziellen Spiele des Kindes betrachtet, Spiele, die typisch sind und von allen Kindern geübt werden. In der psychoanalytischen Literatur dagegen erregen andere Spiele das erhöhte Interesse, die mehr individuellen, an denen das Kind vielfach nur eine gewisse Zeit lang festhält. Es soll natürlich nicht gesagt sein, daß sich die Schulpsychologie nicht mit den individuellen oder die Psychoanalyse nicht mit den traditionellen typischen Spielen der Kinder befassen würde; aber es ist doch kaum verkennbar, daß der Hauptakzent einmal hier und einmal dort gelegen ist.
Die psychoanalytische Spieltheorie ist nun nicht so beschaffen, daß sie eine einzige Erklärung für das Phänomen „Spiel” zur Hand hätte, aus dem alle Spiele und alle dabei auftretenden Erscheinungen zu erklären wären. Es ist vielmehr hier so wie auch sonst in der Psychoanalyse, daß dasselbe Phänomen verschiedene Bedeutung haben kann, verschiedene Funktion erfüllen kann, im allgemeinen gar nicht aus einer einzigen erklärbar ist: mit einem Worte, wie man in der Psychoanalyse zu sagen pflegt, daß das Phänomen verschiedene Determinanten hat. Im folgenden soll auf die in der psychoanalytischen Spieltheorie wichtigste eingegangen