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In einer sehr harmonischen Familie, in der die beiden älteren Kinder frühzeitig aufgeklärt wurden, erwartete mau Familienzuwachs. Das kleine Töchterchen Elsa, dreieinhalb Jahre alt, bekam zu Ostern eine kleine Puppe. „Dies ist das neue Brüderchensagte sie sofort und begann mit derselben zu spielen. Nach etwa einer Stunde war es ihr, die sonst mit Spielsachen sehr achtsam war, gelungen, die Puppe zu köpfen. Ihre Mutter bot sich an, dieselbe wieder ganz zu machen, was Elsa jedoch energisch abwies; ja, sie warf die einzelnen Teile sogar weg. Im September wurde das erwartete Kind, ein Schwesterchen, geboren. Als der Vater in einem unbedachten Moment seine Enttäuschung darüber zeigte, daß das Neugeborene kein Junge war, lief Elsa weinend zu der Mutter und fragte, warum der Vater keine Mädchen haben wolle? Die Mutter suchte sie zu beruhigen, indem sie ihr erklärte, daß der Vater gerne abwechselnd Mädels und Jungens haben möchte. Elsa behandelte die kleine Schwester von Anfang an sehr liebevoll, obgleich ihre Zärtlichkeiten von recht heftiger Art waren. Sie wollte ihrer Mutter in nichts nachstehen, nahm eine große Puppe und behandelte diese nun wie ein Wickelkind. Besonders energisch besorgte sie die Reinigung der Puppe. Jedesmal, wenn die Mutter die kleine Schwester versorgte, wusch Elsa ihre Puppe, schmierte sie mit Salbe ein und puderte sie mit großer Sorgfalt. Gleichzeitig nahm sie an allen möglichen häuslichen Beschäftigungen teil, in denen sie sich besonders auszuzeichnen versuchte.
Anfang Oktober, Elsa war nun gerade vier Jahre alt, kam sie in einen Kindergarten. Nach einigen Tagen bemerkte die Lehrerin, daß die Kinder sich lebhaft darüber unterhielten, wie die kleinen Kinder zur Welt kämen. Einige sprachen vom Storch, andere meinten, daß eine gute Frau oder ein Engel die Kinder brächte. Schließlich wandten sie sich an Elsa, die nun als Sachverständige betrachtet wurde. Diese antwortete: „Oh! die bekam ja Mutti im Krankenhaus!” Mehr konnte die Lehrerin von der weiter