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Die frei erfundenen Spiele der Kinder geben entweder unverhüllt bestimmte Situationen wieder; Schulspiel, Kaufladen, Familienspiel, oder sie erscheinen mehr oder minder sinnlos. Sieht man von den wirklich sinnlosen Spielereien schwachsinniger Kinder ab, die sich im Herumkramen, Zerstören, Herumstreuen beliebiger Gegenstände erschöpfen, so verdienen gerade die „sinnlosen” Spielerfindungen normaler Kinder besondere Beachtung. Ein Zufall gestattete, das Zustandekommen eines solchen scheinbar sinnlosen Spieles bei einem vollsinnigen Kinde zu beobachten und zu deuten. Dabei sehen wir, so wie wir es vom Traum her kennen, daß der gegebene „manifeste” Spielinhalt unter dem Walten verdrängender Kräfte, der „Spielzensur”, zustande kam aus einem mit Verbot belegten, eigentlichen „latenten” Spielgedanken.
Die kleine Anneliese, sechs Jahre fünf Monate alt, Schülerin der ersten Klasse, einziges Kind eines Arztes, intelligent, phantasiebegabt, zeigte von einem Tag auf den anderen eine merkwürdige Vorliehe für ein kleines, struppiges, weißfelliges Bärlein, das seit Monaten in einer Ecke des Spielschrankes vergraben lag, ein Geschenk entfernter Bekannter, das früher nie besonders bevorzugt wurde, wie überhaupt die Kleine sich nie mit Puppen oder Puppenersatz abgab. Sie hatte es zufällig beim Räumen wieder entdeckt. Das Bärenspiel fiel aus dem Rahmen ihrer sonstigen Gewohnheiten. Sie schleppte den Bären liebkosend mit sich herum, redete zärtlich auf ihn ein, bettete ihn weich, tat demonstrativ wichtig mit ihm und stellte sich an, als ob sie zu befürchten hätte, daß ihr jemand die Beschäftigung mit dem Bären untersagen könnte.
Am Abend des zweiten Tages dieses Spieles beobachtete der Vater beim gewohnten Gutenachtkuß, daß die Kleine bäuchlings, halb kniend im Bett kauerte und dabei mit dem Bärlein an dem vom Nachthemd bedeckten Genitale manipulierte. Ohne Wesens aus der Sache zu machen, „übersah” der Vater die Angelegenheit, ließ sich den Bären geben, hieß das Kind sich hinlegen und gab