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(Vorabdruck aus dem im September 1932 im Internationalen Psychoanalytischen Verlag erscheinenden Buche: Die Psychoanalyse des Kindes)
Im Verlaufe meiner bisherigen Ausführungen habe ich die Technik beschrieben, durch die das Kind tiefgehend wie der Erwachsene analysiert werden kann. Im folgenden will ich auf die Indikationsstellung eingehen. Dabei ergibt sich zunächst die Frage: Welche Schwierigkeiten sind beim Kinde als normal, welche als neurotisch zu betrachten — welche sind Ausdruck von Ungezogenheit, welche ein Anzeichen der Neurose?
Man rechnet im allgemeinen mit gewissen typischen, in Quantität und Auswirkung sehr verschiedenen Schwierigkeiten beim Kinde. Sie werden, solange sie nicht über ein gewisses Maß hinausgehen, als zur Entwicklung des Kindes gehörig betrachtet. Da aber ein gewisses Ausmaß an Schwierigkeiten eine.regelmäßige Begleiterscheinung der kindlichen Entwicklung ist, wird meines Erachtens nicht genügend gewürdigt, inwieweit auch diese regelmäßigen Schwierigkeiten als Grundlage und Anzeichen schwerer Entwicklungsstörungen zu werten sind.
Stärkere Eßstörungen, vor allem aber die Angst, sei es als Pavor nocturnus, sei es in Form von Phobien, sind deutliche, als neurotisch bekannte Erscheinungen. Das Studium des kleinen Kindes zeigt aber, daß die Angst in sehr verschiedenen und maskierten Formen auftritt, und daß wir schon beim zwei- und dreijährigen Kinde Verarbeitungen der Angst finden, die auf eine komplizierte Verdrängungsarbeit schließen lassen. Wenn zum Beispiel der Pavor nocturnus beim Kinde zurücktritt, so können wir die Schlafstörungen noch einige Zeit in anderen Formen wiederfinden: das späte Einschlafen, das frühe Erwachen, unruhiger oder leicht gestörter Schlaf, die Unfähigkeit zum Nachmittagsschlaf fand ich in Analysen als abgeschwächte Formen des Pavur nocturnus. In dieses Gebiet gehören auch die zahlreichen, oft so störenden Zeremonien und sonstigen Eigentümlichkeiten der Kinder vor dem Einschlafen. Aus der krassen Eßstörung wird oft ei