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Montessori legt in ihrer Methode auf zwei Wirkungen das Hauptgewicht: Auf die Konzentration und auf die „Zucht”, besser gesagt, Disziplin, Gehorsam. Beide werden als eine Folge der Beschäftigung des Kindes mit dem Entfaltungsmaterial angesehen; die Person der Erzieherin soll vollkommen in den Hintergrund treten.
Wir wollen versuchen, den Zusammenhang von Zucht und Tätigkeit nach den Schriften Montessoris und ihrer Schülerinnen mit Hilfe analytischer Kenntnisse theoretisch zu verstehen, ohne meine sporadischen, praktischen Beobachtungen heranzuziehen. Mit dem Probleme der Konzentration hat sich die psychoanalytische Forschung noch nicht soweit beschäftigt, daß ich dieses Thema kritisch besprechen könnte.
Der Klassengehorsam und damit die Disziplin einer Klasse setzt sich aus dem Gehorsam der einzelnen Kinder zusammen. Der Gehorsam ist eine Beziehung zwischen Führern und Geführten. Montessori hingegen sagt: „Die Zucht kommt aus der Tätigkeit.” Daraus geht hervor, daß sie die Disziplin als eine Folge der Tätigkeit und nicht als eine Folge der Beziehung zwischen Kind und Lehrerin ansieht. Wir müssen untersuchen, ob diese Beziehung wirklich so weit in den Hintergrund tritt, daß sie als Ursache der Disziplin, des Gehorsams, auszuschalten ist.